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15.09.2010

Das Saacke'sche Areal

In früheren Jahrhunderten endete die Stadt Pforzheim an der der heutigen Bahnhofstraße entlangführenden Stadtmauer. Außerhalb der Stadtbefestigung lag auf dem Gelände des heutigen Bahnhofplatzes und der Bahnanlagen der große Schlossgarten. Unterhalb desselben war schon seit alten Zeiten ein größerer Garten, der ursprünglich dem Pforzheimer Frauenkloster gehört hatte.  

In den 80er-Jahren des 18. Jahrhunderts kaufte der Pforzheimer Handelsherr und Geldmann Daniel Konrad Wohnlich dieses Gelände sowie sich nördlich daran anschließende kleinere Parzellen und errichtete hier einen wahrhaft fürstlichen Garten, der bis über die jetzigen Geleise der Bahnstrecken hinaufreichte. In seinem Park erbaute Wohnlich um das Jahr 1790 ein wunderschönes, klassizistisches Gartenhaus, das als das stilreinste und schönste Baudenkmal Alt-Pforzheims galt.

Nach mehrfachem Wechsel kauften am 22. August 1853 die Brüder Georg Christian und Karl Reinhard Saacke für 24 000 Gulden den gesamten Besitz. Der älteste Sohn des im Jahr 1839 gestorbenen Konditors Saacke gründete im Jahr 1842 eine Bijouteriefabrik, die bald zu den bedeutendsten Betrieben der Stadt gehörte. Seit 1852 war sein jüngerer Bruder Karl Reinhard Teilhaber des Geschäfts. Karl Reinhard Saacke starb schon im Jahre 1860, danach war Georg Christian der alleinige Inhaber der Firma und des Grundstücks. Er war ein Mann von geschäftlichem Weitblick, dabei aber eine Persönlichkeit von ausgesprochen christlicher und humaner Gesinnung. Während des Krieges von 1870 hat er in seinem Gartensaal ein Privatlazarett eingerichtet, in dem auf seine Kosten viele verwundete und kranke deutsche Soldaten verpflegt wurden. Und viele Jahrzehnte hindurch diente der Gemeinschaft“ als Andachtsstätte. Für drei Generationen der Familie Saacke war der Park 90 Jahre lang der Schauplatz eines glücklichen, harmonischen Familienlebens. Als Georg Christian Saacke im Jahre 1879 starb, übernahmen seine drei Söhne Karl Julius, Paul und Imanuel das väterliche Besitztum. Karl Julius und Paul Saacke kauften 1892 eine in Pforzheim schon seit 1870 bestehende Werkzeugfabrik auf, die sie unter dem Namen „Gebrüder Saacke“ zur Blüte brachten. Heute mit dem Stammsitz in Eutingen ansässig, erinnert ihr Name an historischer Stelle noch als „Saacke-Carré“ an vergangene Zeiten.