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04.01.2010

Das Streusalz wird langsam knapp

PFORZHEIM. „Die Salzhalle ist zu zwei Dritteln leer“, sagt Jens Hartmann vom Streudienst bei den Technischen Diensten der Stadt Pforzheim. Man warte auf bestellte 30 Sattelzug-Ladungen. Am Montag trafen nur drei Ladungen (75 Tonnen) ein.

„Wenn es wie in den vergangenen Tagen heftig schneit, wird das Salz überall in Deutschland knapp, und es kommt zu Engpässen bei allen Lieferanten“, betont Jens Hartmann. Wo es nur irgendwie gehe, werde derzeit auf Sparflamme gestreut, und die Streuperioden würden etwas in die Länge gezogen. Fünf Gramm anstatt 30 Gramm auf den Quadratmeter müssten derzeit bei der prophylaktischen Streuung ausreichen.

„Wir hoffen, dass der Liefer-Engpass bald wieder behoben sein wird, aber dennoch ist es bisher auf Pforzheims Straßen noch nicht zu Problemen gekommen“, bilanziert Hartmann. Die Fahrbahnen der Hauptstrecken seien weitgehend schneefrei.

Erfolgserprobtes Gemisch

Sämtliche 14 Einsatzfahrzeuge der Technischen Dienste verwendeten das erfolgserprobte Gemisch aus Fest- und Flüssigzalz, das zu rund 30 Prozent beigemischt werde. Man sei von der reinen Flüssigsalz-Streuung abgekommen, mit der in Pforzheim bereits vor rund zehn Jahren experimentiert worden sei.

„Diese Streumethode setzt eine vorherige Schneeräumung voraus, wobei das Streusalz auf die schwarze Fahrbahnfläche aufgetragen werden muss. Aber unsere Besen an den Fahrzeugen waren nicht schwenkbar wie bei einem Pflug, so dass das Fegen nur in Geradeausrichtung funktioniert hatte, wobei es immer wieder zu Problemen kam“, erinnert sich Hartmann. Das letzte dieser nicht schwenkbaren Räumfahrzeuge sei in diesem Winter ausrangiert worden, so dass in Pforzheim jetzt überall die so genannte „F-S 30“-Streumethode mit dem Mix aus Flüssigsalz angewandt werde.

„Die wichtigen Kreuzungen müssen mehrmals am Tag gestreut werden“, betont Hartmann. Vorsorglich werde nur bei erwartetem Eisregen gestreut, „wobei der Einsatzleiter stets einen Blick auf das Niederschlags-Radar auf seinem Computer-Bildschirm wirft und bei vorausgesagtem Eisregen die vorsorgliche Streuung veranlasst“, so Hartmann.

Nach wie vor koste ein Wintertag zwischen 8000 und 10.000 Euro. In diesem Betrag sei auch das Nachstreuen enthalten, wenn mehrmals in der Nacht stellenweise an Steigungen und Brücken Einsätze gefahren werden müssten, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Außerdem müssen nach dem Notfallplan für die Verkehrsbetriebe die Bussspuren über Nacht von Schnee und Eisglätte befreit werden. Im Schichtbetrieb würde von den Mitarbeitern derzeit einiges abverlangt.