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Vor rund zehn Monaten gab es einen Gasalarm an der Luisenstraße (Foto) in Pforzheim. Damals kam eine vierköpfige Familie mit Kohlenmonoxidvergiftungen ins Krankenhaus. Ähnlich erging es jetzt einer Familie in einem Wohnhaus an der Ebersteinstraße. Auch hier zeigten vier Familienmitglieder Symptome einer CO-Vergiftung, weshalb alle ins Krankenhaus gebracht wurden.
Vor rund zehn Monaten gab es einen Gasalarm an der Luisenstraße (Foto) in Pforzheim. Damals kam eine vierköpfige Familie mit Kohlenmonoxidvergiftungen ins Krankenhaus. Ähnlich erging es jetzt einer Familie in einem Wohnhaus an der Ebersteinstraße. Auch hier zeigten vier Familienmitglieder Symptome einer CO-Vergiftung, weshalb alle ins Krankenhaus gebracht wurden. © Archivbild: Ketterl
29.10.2014

Defekter Gasboiler: Vierköpfige Familie erleidet CO-Vergiftung

Pforzheim. Vier Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Erbprinzenstraße haben am Dienstag eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten und sind in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Ursache war vermutlich ein technischer Defekt an einem Gasboiler. Die Tochter der Familie hatte bereits am Montagabend über Kopfweh geklagt, doch der Rest der Familie verspürte die Folgen der Gasvergiftung wie Übelkeit und Kopfschmerzen erst im Laufe des Dienstags.

Die Rettungskräfte wurden gegen 14.15 Uhr alarmiert. Aufgrund einer Undichtigkeit am Gasboiler strömte Gas in die Wohnung der Familie. Was das giftige Kohlenmonoxid (CO) so gefährlich macht, sind die weitgehende Farb-, Geruch- und Geschmacklosigkeit, was unbemerkt zu hohen Gaskonzentrationen in geschlossenen Räumen führen kann. Schon geringe Mengen führen dazu, dass das Blut deutlich weniger Sauerstoff transportiert. Bei einer Vergiftung kommt es zu Atemnot, Husten, Verwirrtheit, Erbrechen und Herzversagen.

Zum Glück war der Gasaustritt auf die Wohnung der Familie beschränkt, wie Messungen der Feuerwehr Pforzheim ergaben. So konnte für die anderen Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus Entwarnung geben werde. Die Polizei ermittelt nun die genaue Ursache des Gasaustritts am Boiler.

Erst vor einer Woche musste die Feuerwehr Pforzheim zu einer Kohlenmonoxid-Ausströmung in der Pforzheimer Nordstadt eilen. DRK-Mitarbeiter hatten den Alarm ausgelöst, nachdem ihr CO-Warngerät beim Betreten einer Wohnung ausgelöst hatte. Dort war vermutlich durch einen defekten Boiler Kohlenmonoxid ausgetreten, was einen Mann in Not gebracht hatte.

Vor zehn Monaten wurden die Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Luisenstraße in Pforzheim durch ein großes Aufgebot an Rettungskräften in Schrecken versetzt. Eine vierköpfige, teilweise bewusstlos vorgefundene Familie wurde damals Opfer eines Lecks an der Gastherme zur Warmwasserbereitung. Die Eltern und zwei Kinder im Alter von 2 und 4 Jahren mussten mit Vergiftungserscheinungen in Pforzheimer Krankenhäuser gebracht werden.

Im März 2014 hatte die Feuerwehr im westfälischen Ahlen in einem Mehrfamilienhaus die vier Leichen einer 33-jährigen Mutter, eines 28-jährigen Vaters und ihrer zwei Kinder im Alter von 1 und 9 Jahren gefunden. Eine defekte Gastherme oder ein verstopfter Kamin kämen als Ursache infrage, hatte damals Oberstaatsanwalt Heribert Beck erklärt. In der Wohnung hatte die Feuerwehr eine starke Kohlenmonoxidkonzentration festgestellt. Ebenfalls eine ganze Familie erstickte im Juli 2011 in Berlin-Köpenick. In diesem Fall wurden die Vormieter zweieinhalb Jahre später zu Geldstrafen in vierstelliger Höhe verurteilt. Die beiden hatten die Gastherme und ein Abgasrohr zur Dämmung mit Stofffetzen und Papier verstopft, nachdem der Versorger den Gashahn zugedreht hatte. Nach dem Auszug hatten die beiden die Manipulationen vergessen.