760_0900_130389_st_maur.jpg
Erst Vizeweltmeister, jetzt Olympiasieger: Fechter Romain Cannone.  Foto: Privat 

Degen-Olympiasieger kommt aus Pforzheimer Partnerstadt St.-Maur

St.-Maur. Seit dem Beginn der Olympischen Sommerspiele am 21. Juli fiebern viele Einwohner von Pforzheims französischer Partnerstadt Saint Maur im Südosten von Paris bei verschiedenen Disziplinen besonders mit, denn Saint Maur hat sieben Sportlerinnen und Sportler nach Tokio geschickt, sechs davon unter französischer und eine unter tunesischer Flagge.

Als Erstes durften sich die Gewichtheberinnen messen: Alaïs Michel ist zwar Europameisterin von 2017, wurde in der Klasse unter 49 Kilogramm aber nur Siebente. Dora Tchakounté in der Klasse unter 59 Kilo hat es als französische Meisterin mit einem vierten Platz fast aufs Siegertreppchen geschafft. Ihr Kollege Bernardin Kingue Matam, Europameister von 2017 und 2019, kam nicht ins Finale. Dann aber hat es der 24-jährige Romain Cannone, Vizeweltmeister der 2019 in Saint Maur ausgetragenen Weltmeisterschaften, beim Degen-Einzel zu Gold gebracht, indem er den bisherigen Titelträger besiegte.

Der Fechtsport wird in Saint Maur sehr hoch geschätzt, weswegen dort auch immer wieder internationale Wettkämpfe ausgetragen werden, und viele Siegerinnen und Sieger aus dem Verein VGA Saint Maur kommen. VGA steht dabei für „La Vie au Grand Air de Saint Maur“ und bedeutet: „Das Leben an der frischen Luft von Saint Maur“. Der Verein wurde 1919 gegründet und ist mit 42 Sektionen der Sportverein mit dem größten Angebot in Frankreich. Zwei Athleten stellen oder stellten ihr Können in diesen Tagen unter Beweis . Am Mittwoch dieser Woche ist die 23-jährige Alaïs Kolonji bei der Teilnahme ihrer ersten Olympischen Spielen auf Nummer sicher gegangen und hat mit ihren gegenüber den Konkurrentinnen einfacheren Sprüngen vom Zehn-Meter-Turm den 14. Platz von 30 Teilnehmerinnen erreicht.

Und der Fünfkämpfer Valentin Belaud. Er wurde schon 2016 und 2019 Weltmeister beim Modernen Fünfkampf. Heute wird sich Belaud in folgenden fünf Disziplinen messen: Degenfechten, Schwimmen (200 Meter Freistil), Springreiten und kombinierter Drei-Kilometer-Querfeldeinlauf mit Pistolenschießen. Allerdings werden diese einzelnen Disziplinen nicht unmittelbar nacheinander ausgetragen, sondern mit einstündigen Pausen dazwischen.

Und Corona? Natürlich beherrscht dieses Thema den Alltag der Einwohner Saint Maurs nach wie vor. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert der letzten Juliwoche lag im Département Val-de-Marne, in dem sich Saint Maur befindet, bei knapp 200 Positivtestungen pro 100.000 Einwohner.

Rund 60 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen vollständig gegen das Virus geimpft. Seit Mitte Juni können in Frankreich Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren geimpft werden, rund 16 Prozent sind inzwischen zweimal geimpft, knapp 40 Prozent haben bis Ende Juli ihre erste Dosis erhalten.

Seit dem 21. Juli müssen die Franzosen den „pass sanitaire“ (Gesundheitspass) vorzeigen, vergleichbar mit unserem 3-G-Zertifikat. Dieser Passe ist ein QR-Code, der in der französischen Corona-App „TousAntiCovid“ (Alle gegen Covid) integriert ist.

An öffentlichen Orten, an denen mehr als 50 Personen über 18 Jahren zusammenkommen, ist der Zutritt nur noch mit diesem Pass gestattet. Dies betrifft in Saint Maur zum Beispiel Schwimmbäder, Kinos oder die Mediathek. Seit dem 1. August wird der Pass auch in Cafés, Restaurants, Fernzügen, Altenheimen, Krankenhäusern und Flugzeugen verlangt.

Ab Ende August müssen auch Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren mithilfe dieses Passes vorweisen, dass sie höchstwahrscheinlich nicht ansteckend sind.