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Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen steigt stark an. Entsprechend wächst der Anteil Demenzkranker in Pflegeheimen (wie hier in Frankfurt/Oder). Foto: Pleul
Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen steigt stark an. Entsprechend wächst der Anteil Demenzkranker in Pflegeheimen (wie hier in Frankfurt/Oder). Foto: Pleul
Frank-Johannes Lemke
Frank-Johannes Lemke
11.01.2016

Demenzkranke stellen Pflegeheime vor große Herausforderungen

Pforzheim. Ob übers Radio oder die Printmedien: Immer wieder gibt es Suchmeldungen nach demenziell erkrankten Menschen, die aus einem Pflegeheim verschwunden sind und sich mutmaßlich in einer hilflosen Situation befinden – so, wie es Gernot K. (Name geändert) gegenüber der PZ schildert: Mit drei Freunden sei er jüngst des Nachts an einem Seniorenheim in einem Pforzheimer Stadtteil vorbeigekommen. Auf einem Parkplatz in der Nähe hätten sie eine ganz offensichtlich demente Bewohnerin des Heims auf dem Boden sitzend aufgefunden. Man habe den diensthabenden Pfleger auf die hilflose Frau aufmerksam gemacht. Gernot K.: „Anscheinend hatte niemand ihr Fehlen bemerkt.“ Möglicherweise hätte die Frau die Nacht im Freien nicht überlebt.

„Das Wichtigste ist vorausschauendes Bauen, eine durchdachte Architektur, moderne Technik und eine sehr gute Beziehungsarbeit durch das Personal“, sagt Frank Johannes Lemke, Geschäftsführer der Caritas in Pforzheim, die in der Goldstadt das Albert-Stehlin-Haus, das Altenheim Martinsbau sowie die Tagespflege im Walter-Geiger-Haus betreibt – und bald auch eine neu zu bauende Einrichtung im Arlinger.

„Nichts ist für demenziell veränderte Menschen schlimmer als das Gefühl, eingeschlossen zu sein – das ist kontraproduktiv“, sagt Lemke.

Vor drei Wochen sei er in Wetzikon (Kanton Zürich) gewesen und habe sich über die Einrichtung Heim Sonnweid, betrieben seit fast drei Jahrzehnten von einer gemeinnützigen Stiftung, informiert.

Die Einrichtung gilt weltweit als Vorbild für den Umgang mit Menschen, die an fortgeschrittener Demenz erkrankt sind. Lebens- und Wohnräume sind weitestgehend offen, es gibt keine klassischen Zimmer oder individuellen Zuordnungen mehr – mit dem Ergebnis, dass die medikamentöse Behandlung weitaus geringer ist als normal und keine Weglauftendenzen zu verzeichnen sind. Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“.