760_0008_9517120_VBE_Vorstand_tauschte_sich_aus
er Vorstand des Verbands Bildung und Erziehung tauscht sich aus. 

Den Schulen fehlt es an digitaler Technik: Verband für Bildung und Erziehung tauscht sich aus

Pforzheim. Für die Pädagogen war es ein völlig neues Arbeiten: Ein Teil des Vorstands des 536 Mitglieder zählenden Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Pforzheim-Enzkreis-Calw  hat sich im „Goldenen Anker“ in Dillweißenstein getroffen, um sich mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu befassen.

Wochenpläne wurden erstellt und koordiniert, diese in Papierform und auf Lernplattformen eingestellt. Besprechungen und Konferenzen mussten erstmals online stattfinden - Corona hat die ARbeit vieler Lehrer ziemlich verändert. Die Pädagogen haben festgestellt, dass viele Eltern damit überfordert waren, bei mehreren Kindern ein Computer zu wenig war und manchmal auch die aktuelle Telefonnummer fehlte. Das Ausdrucken von Arbeitsblättern auch in Familien war schwierig, da es eine Zeitlang keine Patronen gab. Oft mussten die Lehrer zum Telefon greifen, da der Rücklauf der Arbeitsaufträge nicht immer funktionierte. In der Regel beschäftigten sich die Schülern mit dem Lernstoff der Kernfächer. Die Lehrkräfte fühlten sich dabei oft als Einzelkämpfer und es fehlte ihnen der unmittelbare Kontakt mit den Schülern und dem Kollegium. Während der Phase des Präsenzunterrichts musste auch die  Notbetreuung und das Fernlernen gestemmt werden. Zu unterschiedlichen Zeiten ist nun wieder ein Kontakt vor Ort mit allen Einschränkungen, die erforderlich sind, möglich.

So freuen sich die Kinder wieder ihre Mitschüler zu sehen und ihnen mit entsprechendem Abstand zu begegnen. Die Ordnung im Klassenzimmer und auf dem Schulgelände befolgen die Kinder, da sie in der langen Zeit gelernt haben mit Corona zu leben. Auch die neuen Formen des Lernens, die entwickelt werden mussten, greifen. Pädagogen, die zur Risikogruppe gehören sind eingebunden, indem sie Arbeiten korrigieren oder Kontakte zu Eltern herstellen. Der VBE wehrt sich gegen die Behauptung, dass Lehrkräfte sich in Krankheiten flüchten, um vor Ort keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Wenn Lehrkräfte ausfallen, dann weil Fachärzte ihnen nach eingehender Prüfung attestierten, nicht am Unterricht teilnehmen zu dürfen. Der VBE fordert seit Jahren eine Lehrkräfteversorgung von 110 Prozent, damit Unterricht auch bei Pandemiebedingungen und Ausfall durch andere Erkrankungen sichergestellt ist. Daneben geht es, wie die Vorsitzende des VBE Pforzheim-Enzkreis-Calw Ursula Butscher – Zahn immer wieder betont, um eine notwendige Grundausstattung an technischen Geräten für jede Lehrkraft. An den meisten Schulen besteht ein großer Nachholbedarf und die dazu zur Verfügung stehenden Gelder aus dem Digitalpakt kommen noch nicht an, weil das Verfahren zu langwierig ist.

Für alle Teilnehmer war es wichtig, dass relativ bald, wenn es die Corona-Zahlen zulassen, wieder ein geregelter Unterricht stattfinden kann, da es für Kinder und Lehrkräfte wichtig ist, den sozialen Kontakt vor Ort zu haben.