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Der Sandstein-Teil (rechts) der ehemaligen Zollhalle steht unter Denkmalschutz – und ist der Knackpunkt bei Gesprächen zwischen Stadt und Lidl. Foto: Seibel
Der Sandstein-Teil (rechts) der ehemaligen Zollhalle steht unter Denkmalschutz – und ist der Knackpunkt bei Gesprächen zwischen Stadt und Lidl. Foto: Seibel
26.11.2015

Denkmalschutz bremst Lidl am Hauptgüterbahnhof aus

Pforzheim. Hätte, wäre, wenn: beispielsweise ein Pforzheimer Unternehmer – sein Geld verdiente er mit Autos und Immobilien – das im Jahr 2008 erworbene Grundstück am Hauptgüterbahnhof tatsächlich hätte veräußern können, hätte er dem Finanzamt deutlich weniger geschuldet als jene 3,5 Millionen Euro, die er hinterzog, weshalb ihn das Landgericht Mannheim zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilte.

Seither ist viel Wasser die Enz heruntergeflossen, der Mann ist mittlerweile Freigänger – doch in Sachen Hauptgüterbahnhof tut sich nichts. Zumindest nicht vor den Kulissen. Sicher ist nur, dass das Grundstück, auf dem die alte Zollhalle steht, unter Zahlungsvorbehalt an den Discounter Lidl verkauft wurde. Doch Geld fließt erst, wenn Lidl bauen darf. Damit tut sich die Stadt Pforzheim schwer – denn ein Jahr nachdem der Unternehmer von der Aurelis Real Estate (vormals Deutsche Bahn) das 1911 erbaute Sandsteingebäude gekauft hatte, stellte die Stadt es unter Denkmalschutz. Das ist der Knackpunkt – und nach PZ-Informationen spaltet die Frage auch die Verwaltung. Zwischenzeitlich machte das Gerücht die Runde, Lidl habe die Nase voll und sich von der Idee verabschiedet, den bisherigen Standort an der Hohenzollernstraße abzugeben – wo die Stadt Wohnungen bauen könnte –, um einen ansprechenden Neubau am Hauptgüterbahnhof zu errichten. Zumal ein Antrag des Discounters auf Abriss von der unteren Denkmalbehörde – also der Stadt – abgelehnt worden war.

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“.

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