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Leon Meyer, Emma Sihn, Vorsitzender Rico Edelmann und Paul Günther (von links) diskutieren über ihre Arbeit.  Foto: Meyer

Der Jugendgemeinderat hat noch viel vor – fordert aber auch klare Bekenntnisse

Pforzheim. Nicht mal ein halbes Jahr ist es her, dass der Jugendgemeinderat (JGR) seinen sieben Punkte umfassenden Fahrplan in seiner Februarsitzung verabschiedete. Fünf Monate später vermeldet er: Alle Projekte sind angelaufen, einige stehen sogar kurz vor der Vollendung. Doch das ist nur ein Teil der Arbeit.

Ein großes Ziel des JGR ist es nach wie vor, die Jugend, die er vertritt, noch besser zu erreichen, ihre Nöte abzufragen und sie dann auch zu lindern. Dabei spielt der Gemeinderat eine wichtige Rolle, weswegen alle Jungräte – manche, wie der Präsidiumsvorsitzende Rico Edelmann (Junge Liberale) oder der Beisitzer Paul Günther (Junge Union) sogar als Kandidaten – gespannt die Kommunalwahl verfolgten. Ihr Fazit zum Ausgang: „Es gibt zwei Dinge, bei denen wir uns einig sind – es ist gut, dass die Wahlbeteiligung gestiegen, und noch besser, dass das Durchschnittsalter des Gemeinderats gesunken ist“, erklärt Edelmann im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“.

Da viele der Mitglieder selbst in den Nachwuchsorganisationen der Parteien aktiv sind, wolle man sich zur Zusammensetzung des neuen Rats nicht äußern.

Bei den Erwartungen, die sie an die neuen Stadträte haben, werden die Jungräte dann aber deutlich. Wie zum Beispiel, dass es neue Verkehrskonzepte brauche. „Der öffentliche Nahverkehr muss ausgebaut, die Innenstadt entlastet werden. Dazu gehören auch Radwege – das Argument, dass Pforzheim zu hügelig ist, kann ich nicht mehr hören“, sagt Edelmann. Außerdem müsse die Stadt zwingend ihre Ausgaben für die Kinder- und Jugendarbeit aufstocken, um sich dem Niveau vergleichbarer Kommunen „zumindest anzunähern“, erklärt der Präsidiumsvorsitzende, denn „Pforzheim ist hier Schlusslicht, und das ist nicht hinnehmbar“. Sein Ratskollege Leon Meyer wünscht sich mehr Gehör und einen Perspektivwechsel der Erwachsenen, so dass sie bei ihren Entscheidungen auch berücksichtigen, „was die Jugend zum Thema denkt“.

Die Frage, ob sich der JGR vom großen Rat ernst genommen fühlt, bejaht Edelmann. Auch wenn sich nur sehr selten ein Stadtrat bei den Sitzungen des Jugendgremiums blicken lasse. „Das wollen wir angehen. Wir schicken zwei Vertreter in ihre Sitzungen, da wäre es schön, wenn sie es auch so halten“, sagt der Präsidiumsvorsitzende. Zuletzt hatten sich die Gemeinderats-Fraktionen bei der von den JGR-Mitgliedern Adrian und Sebastian Lind angestoßenen Diskussion über die politische Neutralität eingemischt. Reaktionen, die bei den Jungräten gemischte Gefühle auslösen. „Mir wäre es lieber, wenn sie uns bei unseren im Land einzigartigen Projekte wie die AG Chancengleichheit oder dem offenen Arbeitskreis für Jugendbeteiligung zur Seite springen würden“, findet Edelmann. Seine Ratskollegin Emma Sihn befürchtet, dass bei den Diskussionen um ideologische Grabenkämpfe das Wichtigste in den Hintergrund geraten könnte und zwar „die Ziele der Jugend zu verfolgen“

Mehr über die Pläne und Positionen des Jugendgemeinderats lesen Sie am Freitag, 7. Juni, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.