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Eine tolle Truppe: Die Händler vom Krämermarkt freuen sich auf ihre Kunden. 

Der Krämermarkt auf der Pforzemer Mess: Vielfalt zum Anfassen

Zwar beherbergt der Krämermarkt eine deutlich kleinere Fläche als die der Schausteller nebenan, dennoch genießt er bei vielen Besucherinnen und Besuchern eine ebenso hohe Wertschätzung. Denn neben dem Verkauf von Messern, Gürteln, Pfannen und Co. ist hier noch das familiäre Flair zu spüren.

Zudem schätzen die Besucher nach Einschätzung der Beschicker auch die Verlässlichkeit, Jahr um Jahr die – weitestgehend – gleichen Händler zu treffen und dennoch bei ihnen auch immer wieder Neues zu entdecken.

„Darum freue ich mich in erster Linie hier auf meine Stammkunden“, gibt Frank Kottwitz zu. Der Inhaber vom Perlglanz-Stand ist zugleich Sprecher der Händler und weiß, dass die überwiegende Zahl seiner Händler-Kollegen „immer wieder gerne in Pforzheim ist“. Was auch an der guten Infrastruktur und der reibungslosen Kooperation mit der Stadt und dem städtischen Marktmeister Marc Pfrommer liege.

Die hohe Anzahl an Stammkunden der jeweiligen Händler kommt laut Kottwitz aber nicht von ungefähr. Letztendlich habe man Jahre daran gearbeitet, über das Angebot und die Qualität, die Kunden an sich zu binden. Klar könne man Gewürze und Pflegeprodukte, Schuhe und Gürtel im Internet bestellen – aber auf dem Krämermarkt gebe es eben alles von A bis Z auf einer überschaubaren Fläche, inklusive der unschlagbaren Beratung. Jeder Händler ist Fachberater und Kundendienstleister zugleich.

„Zudem gibt es auf dem Krämermarkt viele Dinge, die man mittlerweile in Pforzheims innerstädtischen Ladengeschäften nur noch schwer bekommt“, meint Frank Kottwitz, „beispielsweise im Haushaltswarenbereich.“

Kottwitz selbst kommt seit nunmehr 35 Jahren auf die Mess und ist damit ein gutes Beispiel für die Mischung aus Altbewährtem und Neuem. Passend zu seinem Jubiläumsjahr hat er „mit dem Perlglanz-WC-Pulver auch ein neues Produkt zum Jubiläumspreis“ mit im Gepäck.

Zu den Händlern, die dieses Jahr das erste Mal auf dem Krämermarkt zu finden sind, gehören unter anderem Martin Pfündel mit seinen Gesundheitskissen und ein Schuhhändler, der gleich mit zwei Ständen aufwartet. „Über 300 Damenmodelle in allen Größen und garantiert keine Restware“, weiß Händler-Sprecher Kottwitz.

Auf die vielzitierte Kontinuität setzen die Krämer natürlich auch bei den Besuchern. „Allein schon deshalb, weil wir im Lauf der Jahre zusammen erwachsener, größer und auch älter geworden sind“, schmunzelt Frank Kottwitz beim Gespräch unterm Dach des Marktcafés von Familie Krims , das als zentraler Anlauf- und Entspannungspunkt auf dem Krämermarkt dient.

Eine ganz besondere Anziehungskraft

Moderne Verkaufswagen statt Buden, Fachberater statt fliegender Händler: Der Krämermarkt ist eine Institution, die mit ihrer Mischung aus Bewährtem und Neuem eine ganz besondere Faszination erzeugt.

„Wer seinen Gürtel enger schnellen muss und auf der Mess keinen findet, der bekommt in ganz Pforzheim keinen“, sagt Frank Kottwitz, Sprecher der Händler auf dem Krämermarkt und meint damit: Auf dem untrennbar mit der Pforzemer Mess verbundenen Krämermarkt gibt es eigentlich fast alles. Putz- und Pflegeprodukte, Tees und Gewürze, Schuhe und T-Shirts, Haushaltswaren und Socken, Tischdecken und Kissen, Pfannen und Messer. Und eben auch Gürtel. „Auf diesem geballten Raum findet man wohl die größte Auswahl an Gürteln in Baden-Württemberg.“ Sind doch nicht weniger als gleich vier Hersteller und Verkäufer von Gürteln auf dem Areal zwischen Benckiserbrücke, Enzufer und Habermehlstraße zu finden.

Hierher kommen Besucher, um etwas ganz Bestimmtes zu kaufen, um sich informieren und beraten zu lassen oder um nach einjähriger Pause die zur Neige gegangenen Gewürzvorräte am liebgewonnenen Stand wieder aufzufrischen. Manche Händler nehmen Bestellungen entgegen und fertigen Produkte auf Maß, während ihre Kunden einen Rundgang unternehmen oder sich bei italienischer Feinkost inklusive Prosecco oder Espresso entspannen. So kann die moderne Verkaufswelt doch auch aussehen.