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12.02.2009

Der Schnee ist zurück - Unfälle, Staus und ein verletzter Schüler

PFORZHEIM/ENZKREIS/CALW. Der Schnee kam über Nacht. Während in Pforzheim die Straßen am Donnerstag zum Berufsverkehr geräumt waren, kam es im Umland und auf der Autobahn teilweise zu erheblichen Behinderungen.

Über Stunden gesperrt war die Ausfahrt an der Anschlussstelle Pforzheim-West in Richtung Stuttgart. Kurz vor 3 Uhr war ein Lastzug in den Graben gerutscht. Die Bergungsarbeiten dauerten bis gegen 8.30 Uhr. Es bildete sich ein Rückstau von sieben Kilometern, der sich anschließend nur langsam auflöste.

Da viele Autofahrer die A 8 bereits an der Anschlussstelle Karlsbad verließen, waren die Straßen in diesem Bereich ebenso überlastet wie die B 294 in Pforzheim. Durch die Sperrung von West bildete sich dort ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, da viele Fahrer die Ausfahrt Nord benutzen mussten.

Der Winterdienst war von 1 Uhr an auf der Autobahn im Einsatz. Zeitweise musste diese kurz gesperrt werden, damit die Streufahrzeuge durchkommen konnten, um die Fahrbahnen von Eis und Schneeglätte zu befreien. Von 5.30 Uhr an ließ der Flockenwirbel nach.
Die Polizei zollte den Verkehrsteilnehmern ein Lob für ihre besonnene Fahrweise. Es gab in Pforzheim und dem Enzkreis nur sieben witterungsbedingte Unfälle, die glimpflich abliefen. Meist endete die Rutschpartie in Leitplanken oder an Schildermasten. So auch für eine 59-jährige Autofahrerin, die um 7.25 Uhr im Hagenschieß auf der L 1175 von der Straße abkam, ein Kurvenwarnschild beschädigte und nach zehn Metern im Wald zum Stehen kam. Die Frau wurde nicht verletzt. An Steilstrecken waren fünf Lastwagen stecken geblieben.

Ab 3 Uhr morgens waren in Pforzheim 19 große Räumfahrzeuge im Einsatz. Gehwege und Plätze wurden von 5 Uhr an von 18 Kleinschleppern geräumt. Zudem waren 84 Hand-Streuer unterwegs. Insgesamt wurden 180 Tonnen Salz verbraucht, „fast doppelt so viel wie üblich“ ,sagte Bernd Hagenbuch, der Leiter der Technischen Dienste. „Es ist erheblich viel Schnee gelegen, da haben wir schon einiges rausgeklopft.“Grundsätzlich seien die Räum- und Streudienste aber gut ausgestattet. „Es darf aber nicht weniger werden“, mahnt Hagenbuch. Erst kürzlich ist ein Zwölf-Tonner zum Fuhrpark der Technischen Dienste gestoßen, ein 18-Tonner steht noch aus.

Bei den Buslinien kam es durch den Schneefall nur zu leichten Einschränkungen. „Wir haben maximale Verspätungen von 15 Minuten gehabt“, berichtete Tobias Demmel, Pressesprecher von Stadtverkehr Pforzheim (SVP). Um 9 Uhr morgens sei bereits alles wieder im Lot gewesen, nNur an drei Nadelöhren habe es vorübergehend Stillstand gegeben: An der Haidachstraße rutschte ein Bus fast gegen ein Auto, auf der Oechslestraße konnte aufgrund von Glätte nicht weitergefahren werden, und bei der Endhaltestelle Lange Grund auf der Wilferdinger Höhe war Schnee in die Wendeschleife geschoben worden. Zudem brach dem angeforderten Fahrzeug die Schaufel, was „Der Großteil des Schnees ist ja aber in kürzester Zeit wieder weggeschmolzen“, zeigt sich Demmel erleichtert und lobt gleichzeitig den Streudienst. die Räumung verzögerte.

Auch bei SüdwestBus kam es durch den erneuten Wintereinbruch im Raum Pforzheim nur zu geringen Beeinträchtigungen, so Peter Dittus, Leiter des Betriebs Pforzheim. Schlimmer sei es etwa in Bad Herrenalb gewesen. „Die Straßenverhältnisse in Richtung Dobel waren sehr schlecht.“ Auch im Raum Mühlacker sei es problematisch gewesen. Es habe größere Verspätungen und auch Fahrtausfälle gegeben. „Vier Busse sind festgesteckt“, erklärte Dittus.

Dennoch handle es sich dabei noch um milde Auswirkungen. „Vor zwei Jahren haben wir mal den Betrieb ganz einstellen müssen“, erinnert sich Dittus. „Da wussten wir nicht, ob wir die Schüler mittags wieder nach Hause bekommen. Davon sind wir heute sehr weit entfernt“, sagt er.Bei Fahrern von SüdwestBus gab es allerdings leise Kritik am Pforzheimer Streudienst. Die Räum- und Streudienste seien sehr zögerlich unterwegs gewesen, heißt es. Doch die Technischen Dienste wiesen dies zurück: „Ich kann um 6 Uhr morgens noch nicht garantieren, dass alle Straßen geräumt sind“, betonte Hagenbuch. Schließlich würden die Straßen nach Priorität geräumt: Zuerst die gefährlichen und verkehrswichtigen, dann die innerstädtischen, und zum Schluss erst Neben- und Seitenstraßen. „Die kommen dann am Nachmittag dran“, sagt Hagenbuch.

Mit neun Fahrzeugen war gestern die Straßenmeisterei Enzkreis von 3.30 Uhr an gefordert. In den Höhenlagen bei Neuhausen und Dennach war es schon heftig. Da mussten unsere Fahrer besonders aufpassen“, sagte Straßenmeister Imanuel Fahrer. Elf Räum- und Streuwagen sorgten im Bereich der Straßenmeisterei des Kreises Calw von 3.15 Uhr an dafür, dass außer dem einen oder anderen liegen gebliebenen Lastwagen keine nennenswerten Ereignisse zu verzeichnen waren. Bis gegen Mittag galt es gestern in Pforzheim und in beiden Landkreisen, die Straßen von der weißen Pracht zu befreien. Um für alle Situationen gewappnet zu sein, hatten beide Straßenmeistereien Rufbereitschaften eingerichtet.
„Wir brauchten deutlich mehr Trockensalz und feuchte Salzsole als sonst“, bilanzierte der Calwer Kreisstraßenmeister Boris Haug die Schneenacht.  ef-te/mon/kn