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Als Bonbon-Zombies treiben diese beiden Darstellerinnen beim „Creative Superlab“ ihr Unwesen auf der Bühne. Foto: Warzecha
Als Bonbon-Zombies treiben diese beiden Darstellerinnen beim „Creative Superlab“ ihr Unwesen auf der Bühne. Foto: Warzecha
07.07.2019

Der moderne Wahnsinn: Creative Superlab feiert fulminante Premiere im alten Posthof

Pforzheim. Smartphone-Wahn und der Drang nach Perfektion gepaart mit Feminismus, Altruismus und der Suche des modernen Mannes nach dem Weg in die Freiheit – kurz: Den ganz normalen Wahnsinn der Moderne brachten sie am vergangenen Freitagabend auf die Bühne in der Halle des ehemaligen Posthofgeländes.

Sie, das waren die Jugendgruppen des Kulturhauses Osterfeld, paradiXon, und des Jugendkulturtreffs Kupferdächle, „Junge Bühne 31“ und „Theatergemüse“, mit insgesamt 15 Schauspielern.

„Creative Superlab“ war der ursprüngliche Projektname des Stückes mit dem Titel „Unser Pforzheim – Liebe auf den zweiten Blick“. Mittlerweile habe sich dieser Name aber auch zu dem des Stückes entwickelt, wie Regisseur Dario Krosely erklärt. Zusammen mit den Theaterpädagoginnen Marie Hofmann, Linda Münte und Bettina Lell entwickelten die Jugendlichen das Stück von hinten her aus den Materialien, die sie in Ton-, Foto- und Kostüm- sowie Bühnenbildworkshops rund um die schönen und weniger schönen Seiten Pforzheims zusammengetragen hatten. Auf dieser Basis entstand, auch dank der finanziellen Unterstützung der Jakob-und-Rosa-Esslinger-Stiftung, ein Stück, das eine Kombination ist aus Improvisationstheater, wie es die paradiXon regelmäßig aufführt, und den Dialogszenen, die alle Jugendlichen aus dem Workshop-Material entwickelt hatten. Krosely führte die Elemente zusammen. Er freut sich darüber, dass „die Gruppen miteinander eine tolle Synergie und Energie entwickelt haben“ habe.

Das Stück selbst, das sowohl klassische Pforzheimer Typen wie auch normale Alltagsszenen des modernen Lebens zeigt, sorgt immer wieder für Gelächter: Wie zum Beispiel der Auftritt des unsichtbaren Hunds Fiffi und seines Frauchens, einer älteren Pforzheimer Hausfrau, die unter anderem besonderen Wert auf Mülltrennung legt. Eine vermeintlich gute Fee möchte den Menschen ihre Wünsche abkaufen, hat in Wahrheit aber nichts Gutes vor. Ein Koffer wird zum Befreiungssymbol, mithilfe dessen sich Ehemann Marco von seiner gewalttätigen Frau, die ihn auf offener Bühne verprügeln lässt, verabschiedet. Lorenzo zeigt, wie abhängig wir alle inzwischen vom Smartphone sind. Und auch der Drang zum Perfektionismus wird thematisiert. Als besonderes Bonbon – im wahrsten Sinne des Wortes – wirken magische Süßigkeiten, die alle, die sie essen, zu Zombies verwandeln, die nach einer vermeindlichen Idealen streben.

Weitere Termine sind Freitag, 12., und Samstag, 13. Juli, jeweils um 20 Uhr. Tickets gibt es im Kartenbüro des Kulturhaus Osterfeld sowie an allen Reservix-Vorverkaufsstellen.