Deutscher Lehrerpreis 2020
Julia Hübner unterrichtet seit fünf Jahren Italienisch, Französisch und Biologie am Kepler-Gymnasium. 

„Der schönste Beruf der Welt“: Pädagogin vom Pforzheimer Kepler-Gymnasium gewinnt Lehrerpreis

Pforzheim. Julia Hübner ist noch immer sprachlos. „Das ist echt der Hammer“, sagt die 32-Jährige. Nie und nimmer hätte sie mit dieser Überraschung gerechnet. Denn die Wiernsheimerin ist mit dem Deutschen Lehrerpreis 2020 in der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkraft“ gewürdigt worden – als einzige in Baden-Württemberg.

Vorgeschlagen für den Wettbewerb, dessen Träger die Heraeus-Bildungsstiftung und der Deutsche Philologenverband sind, hatten sie Schüler ihrer Italienisch-Abschlussklasse. Diese schwärmten in Videobeiträgen von ihrer Lehrerin, die am Dienstag auch in der virtuellen Preisverleihung auf YouTube zu sehen waren. „Wenn ich an Frau Hübner denke, dann denke ich sofort an den Satz: Das war ein schöner Fehler“, sagt eine ihrer Schützlinge. Andere bezeichnen sie als Multi-Talent des Alltags, loben sie für ihr großes Interesse an jedem Einzelnen, ihren Tiefgang, ihr übermäßiges Engagement und ihr stets offenes Ohr „auch nach einer stressigen Doppelstunde“.

Pforzheim

Es geht los in Pforzheim und der Region: Abi im Ausnahmezustand

„Ich hätte mir nie vorstellen können, dass mich die Schüler so einschneidend prägend in Erinnerung haben“, sagt die gebürtige Leonbergerin über die Initiative ihres letztjährigen Italienisch-Abiturkurses, sie für den Preis vorzuschlagen. Seit fünf Jahren unterrichtet Hübner am Kepler-Gymnasium Italienisch, Französisch und Biologie. Und schafft es aus Sicht der Schüler nicht nur, für ihre Fächer zu brennen, sondern ihre Schützlinge mit ihrer positiven Art auch dafür zu begeistern. „Und ich versuche, allen auf Augenhöhe zu begegnen, mir auch Feedback einzuholen und Meinungen von anderen ernst zu nehmen“, sagt Hübner. Dazu gehöre auch eine offene Fehlerkultur, denn niemand sei perfekt.

Für die werdende Mutter ist der Lehrerberuf „der schönste der Welt“. Nicht nur, weil man mit unterschiedlichen Altersstufen arbeiten könne. „Ich muss auch jeden Tag überlegen, wie ich die Schüler mitnehmen kann, dass sie sich nicht nur als Publikum fühlen“, sagt sie. Hilfreich für ihren Beruf sind da nach eigener Aussage ihre „positiv ausgerichteten Scheuklappen“: Sich immer zu fragen, was gut laufe und seine Energie in die Dinge hineinzustecken, die man beeinflussen könne.

Wettbewerbe für die Schüler

Hübner ist am Kepler-Gymnasium vielfältig engagiert. Sie betreut beispielsweise Wettbewerbe, gestaltet mit Italienischschülern die Profilwahl-Infostunde und gehört zum Organisations-Team des Vicenza-Austauschs der Zehntklässler. An ihrer Schule freut man sich sehr über den Preis für die Kollegin „mit den vielen neuen Ideen und der guten Laune“. „Eine größere Auszeichnung als die von Schülern gibt es nicht“, sagt Schulleiterin Heike Reifurth.

Nicola Arnet

Nicola Arnet

Zur Autorenseite