760_0900_15892_.jpg Derivate-Anklage: Fraktionen stehen hinter Finanzchef Konrad Weber
Florentin Goldmann 
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Joachim Rösch 
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Sibylle Schüssler 
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Hans-Ulrich Rülke 
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Michael Schwarz 

Derivate-Anklage: Fraktionen stehen hinter Finanzchef Konrad Weber

Pforzheim. Manche Stadträte zeigen sich überrascht von der Anklage-Erhebung im Pforzheimer Derivate-Skandal gegen die frühere Oberbürgermeisterin Christel Augenstein, Ex-Kämmerin Susanne Weishaar und Konrad Weber. Letzterer erhält als kommissarischer Kämmerer viel Zuspruch.

„Erschüttert“ und „bestürzt“ hat Florentin Goldmann, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Gemeinderat, auf die Anklage-Erhebung gegen die frühere Oberbürgermeisterin Christel Augenstein, die ehemalige Kämmerin Susanne Weishaar und den aktuellen kommissarischen Kämmerer Konrad Weber reagiert. Für die Betroffenen sei dies „sicher hart“. Die Gründe für die Entscheidung der Staatsanwaltschaft im Streit um die Derivate-Geschäfte seien für ihn nicht nachvollziehbar. Er hege Zweifel, ob es der ehrlichen Aufhellung diene, wenn man Menschen so lange hinhalte. Er schätze Weber persönlich sehr und halte ihn für überaus integer. Goldmann hofft, dass dieser nun besonnen bleibe und mit seinem Anwalt die weiteren Schritte prüfe. Es gelte „absolut die Unschuldsvermutung“, stellt der CDU-Chef heraus.

„Die erste Reaktion ist Überraschung“, sagt Joachim Rösch für die SPD-Fraktion. „Ich war überzeugt, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einstellt.“ Er hoffe, dass die Beteiligten ohne persönliche Schädigung, besonders ohne Rufschädigung herauskommen. Die Anklage-Erhebung werde sich sicher auf die eine oder andere Art auf die zivilrechtliche Auseinandersetzung zwischen der Stadt und den Banken über die Verteilung des finanziellen Schadens auswirken.

Das Verfahren sei sehr kompliziert, langwierige Vorermittlungen seien gelaufen, sagt Michael Schwarz, Sprecher der Fraktionsgemeinschaft aus Freien Wählern, Unabhängigen Bürgern und der Liste BürgerBeteiligungsHaushalt. Die Bewertung sei Sache des Staatsanwalts. Er hält fest, dass die Fraktionsgemeinschaft Webers Arbeit schätze.

Diese Entwicklung sei für alle Betroffenen menschlich bedauerlich, sagt Hans-Ulrich Rülke, FDP-Stadtrat und Vorsitzender der Landtagsfraktion. Weber habe „sicherlich in einem gewissen Loyalitätsnotstand“ gestanden. Es zeige sich, dass die FDP richtig lag, diese Derivatgeschäfte von Anfang an zu bekämpfen. Laut FDP-Fraktionschef Philipp Paschen sei eventuell positiv für die Stadt zu werten, dass auch gegen die Vertreter der Bank gerichtliche Schritte eingeleitet worden sind.

Dass Anklage erhoben wird, sei für die Grüne Liste klar gewesen, sagt deren Fraktionsvorsitzende Sibylle Schüssler. Zum einen wegen des Spekulationsverbots, zum anderen, weil die Geschäfte am Gemeinderat vorbei getätigt worden seien. „Aber Anklage wegen schwerer Untreue – das ist ein Hammer.“ Menschlich sei das nun sehr schwierig, vor allem für Konrad Weber. erb/kli