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Derivate-Debakel in Pforzheim

13.10.2015

Derivate: Brisanz unterschätzt

Pforzheim/Mannheim. Er wäre eher überrascht gewesen, wenn die zuständige Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Mannheim die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen seine Mandantin nicht zugelassen hätte, sagt der Anwalt der ehemaligen Pforzheimer Stadtkämmerin Susanne Weishaar.

Eddo Compart (Mannheim) gilt als alter Fuchs, und seine Argumentation klingt schlüssig: Eine Nicht-Zulassung käme einer rechtlichen Bewertung am „grünen Tisch“ gleich, also ohne das Anhören einer Menge Zeugen. Dazu eine umfangreiche Begründung – die sofort eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht nach sich zöge, welches im Zweifel immer bei einer Wirtschaftsstrafsache in dieser Größenordnung – immerhin ging es beim Derivate-Debakel zunächst um einen Verlust für die Stadt Pforzheim von über 57 Millionen Euro durch Zinswetten mit der Investmentbank J. P. Morgan infolge von vorübergehenden Verlusten bei ähnlichen Geschäften mit der Deutschen Bank auf eine mündliche Hauptverhandlung bestehe. Dass seit Beginn des Ermittlungsverfahrens gegen seine Mandantin, die Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein und den kommissarischen Kämmerer Konrad Weber rund sechs Jahre vergangen sind, müsse das Gericht bei der Strafzumessung berücksichtigen sagt Compart. Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.