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Auch Banker von J.P. Morgan befinden sich im Visier der Mannheimer Strafermittler. Foto: dpa
Auch Banker von J.P. Morgan befinden sich im Visier der Mannheimer Strafermittler. Foto: dpa
20.12.2012

Derivate: Ermittlungen auch gegen Bank-Mitarbeiter

Pforzheim/Mannheim/Mailand. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Mannheim ermittelt nicht nur gegen Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein, die ehemalige Kämmerin Susanne Weishaar und ihren damaligen Stellvertreter Konrad Weber wegen des Verdachts der Untreue im Derivate-Debakel. Sondern auch gegen Banker des Bankhauses J.P. Morgan, das wie die Deutsche Bank Zinswetten mit der Stadt abschloss, die für die Stadt mit einem vorläufigen Fiasko von 57 Millionen Euro endeten.

Beide Banken haben in einem ähnlich gelagerten Fall in Italien eine juristische Niederlage erlitten. In Mailand verurteilte ein Gericht sie wegen der Intransparenz bei Derivate-Geschäften mit der Stadt Mailand, ebenso zwei weitere Banken, wegen schweren Betrugs zu je einer Million Euro Strafe und der Rückzahlung von zweistelligen Millionenbeträgen. Außerdem verhängte das Gericht gegen Banker persönlich Bewährungsstrafen.

Die Banken legten Berufung ein und sehen kein eigenes Verschulden. Sie hätten ausreichend beraten. In Italien könnte es zu einem juristischen Tsunami kommen: 600 Kommunen hatten 36 Milliarden Euro bei den Banken angelegt. Die Stadt Pforzheim befindet sich im Rechtsstreit mit J.P. Morgan und in Vergleichsverhandlungen mit der Deutschen Bank. Doch das Zivilverfahren wurde ausgesetzt - die Richter wollen abwarten, wie die Staatsanwaltschaft den Fall strafrechtlich bewertet. Und die kann sich mit den Argumenten der italienischen Justizkollegen munitionieren.

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