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04.07.2013

Derivate: Gericht lässt Angeschuldigte weiter schmoren

Pforzheim/Mannheim. Beim Landgericht Mannheim ist man mehr als skeptisch, ob eine Wirtschaftsstrafkammer noch in diesem Jahr entscheiden wird, ob sie die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Christel Augenstein und Susanne Weishaar zulassen und damit das Hauptverfahren eröffnen wird. Die ehemalige Oberbürgermeisterin und die Ex-Kämmerin sind der schweren Untreue im Derivate-Fall in Pforzheim angeklagt. Es gebe zeitlich vorrangige Verfahren, so ein Sprecher des Gerichts.

Dreieinhalb Jahre ist es her, da durchsuchten Staatsanwälte das Rathaus und Privatwohnungen, um dem Debakel auf die Spur zu kommen, das die Stadt Pforzheim 57 Millionen Euro kostete. Es ist das erste Mal, dass im Zuge von Zinswetten von Kommunen mit Banken ehemalige hohe Vertreter einer Stadt angeklagt sind. Erst wenn die Strafjustiz zumindest den nächsten Schritt macht und die Anklage zulässt - oder auch nicht -, wird sich auch die Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt mit der Klage der Stadt Pforzheim gegen die Investmentbank J.P. Morgan weiter befassen, denn die Stadt will einen Großteil der 57 Millionen Euro wieder, denn man sieht sich von der Bank über den Tisch gezogen.

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