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Die frühere Kämmerin Susanne Weishaar (links) und Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein bei den Haushaltsberatungen 2008.  Foto: Ketterl 
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Im Herbst 2009 beschlagnahmten Staatsanwalt Peter Siegrist (links) und seine Mitarbeiter im Rathaus Akten aus der Zeit vor OB Hagers (Zweiter von links) Amtszeit.  Foto: Ketterl 

Derivate-Skandal: Ankläger pocht auf Spekulationsverbot

Die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft Mannheim hat wegen der desaströsen Derivate-Geschäfte der Stadt gegen die frühere Oberbürgermeisterin Christel Augenstein und gegen Ex-Kämmerin Susanne Weishaar Anklage wegen schwerer Untreue und gegen den kommissarischen Kämmerer Konrad Weber wegen Beihilfe erhoben. „Keiner von uns hatte einen Nutzen davon“, erklärte Susanne Weishaar gegenüber der PZ.

Pforzheimer Derivate-Skandal: Glauben Sie, dass Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein nach der Anklage wegen schwerer Untreue auch verurteilt wird?
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Was bedeuten diese Delikte im Strafrecht?

Was sagt der heutige Oberbürgermeister Gert Hager? Für den Rathaus-Chef kommt dieser Schritt „nach drei Jahren der Ermittlung nicht wirklich unerwartet.“ Nach wie vor sei ein Rechtsstreit anhängig, in dem die Stadt Pforzheim von der Investmentbank J.P. Morgan 57 Millionen Euro zurückfordere. Es werde auch gegen Bankmitarbeiter ermittelt. Und was Konrad Weber betrifft, der nach wie vor die Kämmerei leitet: „Wir haben fachlich und menschlich keinen Zweifel an der Kompetenz von Konrad Weber, es gilt grundsätzlich die Unschuldsvermutung.“

Was lässt sich aus der Anklage-Erhebung für die Chancen der Stadt ablesen, Geld von den Banken zurück zu erhalten?

Besonders im Fokus steht Ex-Kämmerin Susanne Weishaar. Was sagt sie?

Auch wenn jüngste Veröffentlichungen über Zinsmanipulationen durch große Banken sie doch noch überrascht hätten – dass Banken ihre Kunden nicht vollständig informierten und mit allen Mitteln zum eigenen Vorteil arbeiteten, „habe ich tief verinnerlicht“, sagt Susanne Weishaar gegenüber der PZ. „Es ist bedrückend, dass trotz aller Erkenntnisse die Staatsanwaltschaft die Schuld auf unserer Seite sieht.“ Andererseits biete eine Gerichtsverhandlung ihr die Gelegenheit, auch zu sprechen. Das sei bislang nicht der Fall gewesen. Gegen die Banken und für die Beschuldigten spreche schon eines: „Keiner von uns hatte einen Nutzen davon.“