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Susanne Weishaar und Konrad Weber bei den Haushaltsberatungen 2008. Foto: Ketterl/PZ-Archiv
Susanne Weishaar und Konrad Weber bei den Haushaltsberatungen 2008. Foto: Ketterl/PZ-Archiv
21.11.2012

Derivate: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Vize-Kämmerer

Pforzheim/Mannheim. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Mannheim ermittelt im Derivate-Debakel zum Nachteil der Stadt Pforzheim nicht nur gegen Ex-OB Christel Augenstein und die ehemalige Kämmerin Susanne Weishaar, sondern seit Sommer auch gegen deren ehemaligen Stellvertreter und jetzt kommissarischen Amtsleiter Konrad Weber. Diese PZ-Informationen bestätigte Pressestaatsanwalt Peter Lintz auf PZ-Anfrage.

Augenstein, Weishaar und Weber sind des Anfangsverdachts der Untreue beschuldigt. Es geht um Derivate-Geschäfte hochriskanter Art, die ohne Wissen des Gemeinderats zunächst mit der Deutschen Bank und dann, als sich ein Riesen-Verlust abzuzeichnen drohte, mit der Großbank J.P.Morgan. Die Zinswetten gingen jedoch gründlich schief, uns einer angestrebten Zinsoptimierung der städtischen Schulden wurden Verluste von 57 Millionen Euro. Die Frage ist: Wurden die Pforzheimer von cleveren Bank-Mathematikern falsch beraten und über den Tisch gezogen? So argumentieren die Stadt und die Anwälte der Beschuldigten.Eine Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt, bei der eine Schadenersatzklage der Stadt gegen J.P.Morgan anhängig ist, wartet auf einen strafjuristischen Fingerzeig der Staatsanwaltschaft, wie sie die Sache einstuft. Die Behörde wird nach eigenem Bekunden noch in diesem Jahr entscheiden: Einstellung oder Anklage?

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