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24.01.2010

Derivate: Staatsanwaltschaft wühlt sich durch die Akten

Spielstand? Ach wenn’s doch nur ein Spiel wäre und nicht millionenteurer Ernst: nichts Neues an der Derivate-Front. Nach wie vor liegen die bei der Kämmerei sicher gestellten Akten über die Finanzgeschäfte mit der Deutschen Bank und J.P. Morgan bei der Staatsanwaltschaft Mannheim, und die Sachbearbeiter wühlen sich durch die komplizierte Materie der Derivatgeschäfte zwischen Kreditinstituten und Kämmerei.

Es geht um den Verdacht der Untreue durch die ehemalige Kämmerin Susanne Weishaar und ihre damalige Chefin, Ex-OB Christel Augenstein. Und im Rathaus hofft man, dass nicht der schlimmste Fall eintritt und man von 2014 an insgesamt 77,5 Millionen Euro Steuerzahlergeld draufzahlen muss als Resultat der hochriskanten Zins-Geschäfte. Deshalb, so Pressesprecher Michael Strohmayer, fänden natürlich auch Gespräche mit den betreffenden Banken statt. Man sei bestrebt, Standpunkte „aufzulockern“. Eine Auseinandersetzung vor Gericht sei, so Strohmayer, „nur der Weisheit letzter Schluss“.

Bekanntlich lotet der Münchener Rechtsanwalt Jochen Weck im Auftrag der Stadt die juristischen Chancen eines Kräftemessens aus. Auch Heinz-Dieter Assmann, Professor in Tübingen, befasst sich mit dem Thema. Wann sein Gutachten vorliegen wird, mag man bei der Stadt nicht prognostizieren. „Das wäre unhöflich gegenüber Professor Assmann“, sagt Strohmayer. Der Mann hat schließlich noch etwas anderes zu tun. ol

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