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12.05.2015

Derivate-Anklagen gegen Ex-OB und Bank werden ein Fall

Pforzheim/Frankfurt. Das Landgericht Frankfurt hat die Prüfung der Anklagen im Derivate-Fall gegen die frühere Führungsspitze des städtischen Finanzdezernats um die damalige Oberbürgermeisterin Christel Augenstein wegen schwerer Untreue einerseits und gegen Vertreter der beteiligten Bank J.P. Morgan wegen Beihilfe zu schwerer Untreue andererseits zusammengezogen. Das sagte Christian Hirsch als Sprecher des Landgerichts Frankfurt auf PZ-Nachfrage.

Im Fokus der Anklage standen bislang die frühere Pforzheimer Rathauschefin Augenstein und die ehemalige Stadtkämmerin Susanne Weishaar, in zweiter Linie auch Weishaars damaliger Vertreter und heutiger kommissarischer Stadtkämmerer Konrad Weber. Die zwei ersteren sollen ungerechtfertigt spekulative Derivate-Geschäfte erst mit der Deutschen Bank und später mit J.P. Morgan abgeschlossen und dabei, abzüglich eines im Dezember 2014 geschlossenen Vergleichs über 37 Millionen Euro, der Stadt einen Schaden von 18 Millionen Euro verursacht haben. Weber rückte als Weishaars Stellvertreter in den Blick der Ermittler. Ob die Prüfung des Gerichts ergibt, dass Anklage erhoben wird, ist für jeden der Angeschuldigten offen. Wenn dies aber in einem oder mehreren Fällen erfolgt, gilt ein gemeinsamer Prozess laut Pressesprecher Hirsch als höchstwahrscheinlich. Mit einer Entscheidung über die Zulassung der Anklagen sei indes nicht vor Herbst zu rechnen.