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Konrad Weber. Foto: PZ-Archiv/Ketterl
Konrad Weber. Foto: PZ-Archiv/Ketterl
10.10.2017

Derivate-Prozess: Kommissarischer Kämmerer wird vom Angeklagten zum Zeugen

Mannheim/Pforzheim. Knapp 30 Minuten steht er an diesem trüben Diensttagvormittag erneut Rede und Antwort vor dem Landgericht Mannheim. Dieses Mal allerdings als Zeuge. Noch vor wenigen Wochen hatte Konrad Weber, Pforzheims kommissarischer Kämmerer, im Derivate-Prozess vor der Großen Wirtschaftsstrafkammer auf der Anklagebank Platz nehmen müssen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem mittlerweile 55-Jährigen Beihilfe zur Untreue vorgeworfen. Am 12. September, dem neunten Verhandlungstag, stellte die Kammer das Verfahren gegen den städtischen Beamten ein, verhängte aber eine Geldauflage in Höhe von 9000 Euro.

Und obwohl das Verfahren gegen Weber noch nicht endgültig eingestellt ist, wie der Vorsitzende Richter Andreas Lindenthal zu Beginn der Vernehmung deutlich macht, verzichtet der Beamte im Rang eines Stadtdirektors auf sein Recht, die Aussage zu verweigern. Seine Einlassung vom 17. August sei vollständig, sagt er, und aus seiner Sicht sei ihr nichts hinzuzufügen. Dennoch bohrt das Gericht nach, konfrontiert Weber mit seinen seinerzeit geäußerten Zweifeln an der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit von Derivaten. Weber steht dazu. Ja, er habe dies im Kollegenkreis geäußert. Kontakt in Sachen Derivate habe er ausschließlich mit Kämmerin Susanne Weishaar gehabt, nicht aber mit Oberbürgermeisterin Christel Augenstein. Beiden Frauen wirft die Staatsanwaltschaft Untreue vor.

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