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28.12.2010

Derivate-Streit: Stadt verklagt J.P. Morgan

PFORZHEIM. Die Stadt Pforzheim reicht am Donnerstag Klage gegen das Bankhaus J.P. Morgan ein. Damit will sie verhindern, dass die Derivate-Geschäfte zum Jahresende verjähren. Die Bank soll zuletzt kein Entgegenkommen gezeigt haben.

Der Gemeinderat hatte im November grünes Licht für eine Klage gegen J.P. Morgan gegeben und es der Verwaltung überlassen, bis zum Jahresende diesen Weg zu beschreiten, falls sich das Bankhaus nicht entgegenkommend zeigt.

Doch an der Haltung der Investmentbank hat sich nach PZ-Informationen nichts für die Stadt Spürbares verändert. Vor allem hat J.P. Morgan anders als die gleichfalls in das Pforzheimer Derivate-Desaster verwickelte Deutsche Bank offenbar keiner Verlängerung der Verjährungsfrist über das Jahresende hinaus zugestimmt. „Der Stadt ist gar nichts anderes übrig geblieben, als jetzt zu klagen“, sagt ein Rathaus-Insider.

Gutachter sehen gute Chancen

Auf diesem Weg will die Kommune nun möglichst viel – am liebsten sogar alles – von den 55,9 Millionen Euro zurückbekommen, die sie unterm Strich die Geschäfte mit J.P. Morgan bis zum Ausstieg im Sommer gekostet haben. Zwei Gutachter waren zu dem Ergebnis gekommen, dass die Banken der Stadt diese Geschäfte hätten gar nicht erst anbieten dürfen.

Insbesondere der zweite Gutachter, der Tübinger Uni-Prorektor Professor Heinz-Dieter Assmann, hatte auch ein Beratungsversagen der Banken attestiert. Deshalb seien die Chancen der Stadt in einer juristischen Auseinandersetzung gut, so Assmann.

Die Stadt Pforzheim hatte dennoch weiterhin auf dem Verhandlungsweg versucht, ihr Geld zurück zu erhalten. Nach PZ-Informationen sieht die Kommune allerdings kein Entgegenkommen auf der Gegenseite. „J.P.Morgan ist quasi abgetaucht“, heißt es unter der Hand aus Rathaus-Kreisen.

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