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Der Kreisvorsitzende Wolfgang Mößner ehrt die 92-jährige Alterspräsidentin Hilde Praschtil.
Der Kreisvorsitzende Wolfgang Mößner ehrt die 92-jährige Alterspräsidentin Hilde Praschtil.
07.12.2016

Deutliche Worte: CDU-Senioren stehen kritisch zu Merkel

Während sich die alteingesessenen Mitglieder der Senioren-Union Enzkreis/Pforzheim bei ihrer Versammlung im Benckiser Hof mit ihrer Tagesordnung beschäftigten, ging der CDU Parteitag in Essen zu Ende. Was die Christdemokraten auf Bundesebene umtrieb, sorgte auch im Kreisverband für Gesprächsstoff.

Denn auch auf kommunaler Ebene werde wichtige Politik gemacht, wie Wolfgang Mößner betonte: „Wir sind als Senioren-Union eine Macht.“ Der Kreisvorsitzende hatte seinen Blick durchaus nach Essen gerichtet, das Geschehen dort verfolgte er mit großem Interesse. Wenngleich er in mancher Hinsicht anderer Meinung war, als die Parteikollegen, so war er mit dem Verlauf und den Inhalten recht zufrieden. Dabei ist für Mößner und die Senioren eines klar: „Wir sind eine Einheit in der CDU und wir stehen zusammen.“ Die Wertschätzung für die Union bleibe demnach unberührt.

Senioren gegen Verschleierung

Eines der Themen, die Mößner in seiner Rede aufgriff, war der Wunsch nach einem Verbot der Vollverschleierung in der Öffentlichkeit, wie sie sich auch im Leitantrag der CDU wiederfindet, den der Parteitag einstimmig verabschiedete: „Wo soll das denn hinführen, wenn jemand in Vollverschleierung ankommen darf?“ Man wisse ja in diesem Fall gar nicht, was für eine Person da vor einem stehe. Gegen Ausländer im Allgemeinen hat Mößner jedoch nichts. Er sagte: „Das sind zum großen Teil hart arbeitende, anständige Menschen.“ Doch gerade die Handhabe der Kanzlerin in Sachen Flüchtlingspolitik habe ihn und viele seiner Parteikollegen enttäuscht: „In der Flüchtlingsfrage ist Merkel nicht mehr meine Kanzlerin.“ Damit meine er die teils schwammige Haltung der Kanzlerin und die vielen Kurswechsel, die sie vollzogen habe.

Mit dieser Meinung stand Mößner, der im Laufe der Versammlung als Kreisvorstand wiedergewählt wurde, nicht allein. Ein Senior teilte beispielsweise die schwindende Begeisterung für Angela Merkel. Doch einen geeigneten CDU-Kandidaten, der die Kanzlerin möglicherweise beerben könnte, sieht er nicht: „Merkel ist leider Gottes alternativlos.“

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