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Joachim Becker übt Kritik an der Entwicklung seiner Heimatstadt. Foto: Seibel
Joachim Becker übt Kritik an der Entwicklung seiner Heimatstadt. Foto: Seibel
02.09.2016

Deutliche Worte: Ex-OB Joachim Becker kritisiert Pforzheimer Entwicklung

Pforzheim. Er leitete von 1985 bis 2001 die Geschicke in der Pforzheimer Verwaltung und ist auch nach seiner politisch aktiven Zeit ein genauer Beobachter der Entwicklungen seiner Heimatstadt geblieben: Im PZ-Interview spricht Oberbürgermeister a.D. Joachim Becker über seine Sichtweise auf Pforzheims aktuelle Probleme und Zweifel am Erfolg der Innenstadtentwicklung.

Sowohl zur Bundes- als auch zur Lokalpolitik äußert sich Becker kritisch. Ein Beispiel: „In meiner Zeit wurden sehr viele Grundstücksreserven angelegt. Wenn Sie diese natürlich dann zu einem Sonderpreis an Amazon verkaufen und dann Arbeitsplätze mit einer so geringen Wertschöpfung schaffen, blockieren Sie Ihre eigene kommunale Entwicklung. Was in Pforzheim fehlt, ist Wertschöpfung.“ Zugleich verweist er darauf, dass in der Stadt mehr geschehe, als man denke. „Was natürlich fehlt, ist eine Kommunikation zwischen den Bevölkerungsgruppen“, so Becker. „Die türkische Gemeinschaft etwa in unserer Stadt, die viel Geld umsetzt, Häuser baut, Autos kauft, ist im offiziellen Pforzheim überhaupt nicht präsent. Diese Gemeinschaft müssen wir für die Stadtgemeinschaft gewinnen. Da muss ein Netzwerk aufgebaut werden. Auch mit denen, die deutsch-russischer Abstammung sind.“

Der Pforzheimer Kommunalpolitik fehle es an „Vollzug“. „Überlegen Sie mal, was es gekostet hat, den Masterplan zu erstellen. Als ein Beispiel“, so Becker weiter. „Schlecht war es vielleicht nicht, aber wenn man kein Geld hat ... Kommunalpolitik bedeutet Umsetzung.“ Eine Stadt brauche Führung, so der Ex-OB im PZ-Interview. „Das war meine Leistung. Viele haben gedacht, die Bürokratie laufe automatisch. Das ist eben nicht richtig. Verwalten ist nämlich eine Kunst, das muss man können. Und ich hatte einen hervorragenden Lehrmeister: meinen Amtsvorgänger Dr. Willi Weigelt.“

Das ganze Interview lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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