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Kultusministerin Susanne Eisenmann (Vierte von links) im Gespräch mit PZ-Verleger Thomas Satinsky, Bernd Rechel und Gabi Theilmann von Goldader Bildung und PZ-Redakteur Alexander Heilemann. Foto: Ketterl
Kultusministerin Susanne Eisenmann (Vierte von links) im Gespräch mit PZ-Verleger Thomas Satinsky, Bernd Rechel und Gabi Theilmann von Goldader Bildung und PZ-Redakteur Alexander Heilemann. Foto: Ketterl
20.10.2016

Deutliche Worte zur Bildungspolitik: Kultusministerin Eisenmann im PZ-Forum

Pforzheim. Inmitten der Diskussion um die Folgen der Sparpläne für die Bildungspolitik hat sich Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Mittwoch im PZ-Forum bei einer Veranstaltung von Goldader Bildung und der „Pforzheimer Zeitung“ den Fragen des Publikums gestellt. Es war ein Abend der deutlichen Worte.

„Wir haben in Baden-Württemberg ein Qualitätsproblem“, sagte die 51-Jährige und deutete ein schlechtes Abschneiden in der für Monatsende erwarteten Untersuchung des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an. Eingesandte Fragen zu diesem und anderen Themen trugen Bernd Rechel von Goldader Bildung und PZ-Redakteur Alexander Heilemann vor, auch das Publikum beteiligte sich in mehreren Runden.

Kritik an den Einsparungen im Bildungssektor:

Der Geschäftsführende PZ-Verleger Thomas Satinsky sprach in seiner Begrüßung mit Blick auf die Finanzierung des Bildungssektors von Fensterreden, und, auch im Publikum stießen die Sparpläne auf deutliche Kritik, wurden etwa Kosten wie die 32 Millionen Euro für das Besucher- und Informationszentrums des Naturparks Nordschwarzwald gegengerechnet. „Ich bin nicht allein auf der Welt“, antwortete Eisenmann. Kultus sei mit rund zehn Milliarden Euro der größte Etat – und auch die anderen Ressorts müssten beitragen, um der im Grundgesetz festgeschriebenen, ab 2020 greifenden Schuldenbremse Rechnung zu tragen. An ihr festzuhalten und in der Bildung zu sparen, nannte Sozialbürgermeisterin Monika Müller „schwierig“. Angesprochen auf die Lehrerzahlen, betonte Eisenmann, das Betreuungsverhältnis in anderen Bundesländern, die besser abschnitten, sei nicht unbedingt günstiger. Die derzeitige Lage sei daher nicht allein eine Frage finanzieller Mittel. Lautstarkes Raunen ging durch den Saal, als sie nach der Frage zur Abhängigkeit der Schulen von den Kommunen erklärte: „Den Kommunen geht’s nicht ganz so schlecht.“

Schulformen und künftige Empfehlungen:

Die Kultusministerin betonte die Stärke des mehrgliedrigen, durchlässigen Systems von Hauptschule bis Gymnasium und warb für eine andere, neutralere Betrachtungsweise der verschiedenen Formen. Sie verstehe, dass Eltern ihre Kinder aufs Gymnasium schicken, doch für zehn bis zwölf Prozent der dortigen Schüler sei dies – zumindest noch – nicht die richtige Schulform. Sie brach auch eine Lanze für Haupt- und Werkrealschulen, die notwendig seien, aber sich stärker in Richtung Praxis verändern müssten, um den Exodus zu beenden. Die Empfehlung nach der Grundschule solle sich diese mit dem Schuljahr 2017/2018 ändern. Dann sollen Eltern und Lehrer eine Einschätzung geben, die bei der Schule vorgelegt werden müsse. Diese könne Bewerber auch ablehnen.

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