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Gut gelaunt ist die Gästeschar beim Empfang zum zehnjährigen Bestehen der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft mit ihrer Präsidentin Oana Krichbaum (Dritte von rechts) im Ratskeller.   ketterl
Gut gelaunt ist die Gästeschar beim Empfang zum zehnjährigen Bestehen der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft mit ihrer Präsidentin Oana Krichbaum (Dritte von rechts) im Ratskeller. ketterl
Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: Botschafter Emil Hurezeanu (vorne), OB Gert Hager, Staatssekretär Alexandru Micula, Oana und Gunther Krichbaum sowie KunstProfessor Peter Jacobi (von links).
Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: Botschafter Emil Hurezeanu (vorne), OB Gert Hager, Staatssekretär Alexandru Micula, Oana und Gunther Krichbaum sowie KunstProfessor Peter Jacobi (von links).
25.09.2016

Deutsch-Rumänische Gesellschaft Feiert zehnjähriges Bestehen

Alles glich einem Staatsempfang in heiterem Rahmen. In der Tat war die Feier zum zehnjährigen Jubiläum der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft (DRG) ein besonderer Anlass, denn aus Berlin waren Botschafter Emil Hurezeanu, aus Bukarest der Staatssekretär im Außenministerium, Alexandru Micula, angereist. Groß die Zahl lokaler Prominenz – OB Gert Hager, die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast, die FDP-Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Rülke und Erik Schweickert und andere Honoratioren dokumentierten durch ihre Anwesenheit, dass die Deutsch-Rumänische Gesellschaft in der Region einen besonderen Stellenwert genießt.

Alexandru Micula nannte in seiner Laudatio die 120 Mitglieder der Gesellschaft „die eigentlichen Botschafter unseres Landes“. Sie seien ein starker Faktor in der Zusammenarbeit beider Staaten. Sein Dank galt der DRG für ihre Hingabe, Leidenschaft und den offenen Dialog, vor allem aber „für die Darstellung eines neuen Bildes von Rumänien“.

Auch Oberbürgermeister Gert Hager versteht die Deutsch-Rumänen als „exzellente Botschafter“, vor allem aber betonte er deren soziale Kompetenz und damit das vielseitige ehrenamtliche Engagement, mit dem die DRG an die Öffentlichkeit tritt: „Danke für Ihre großen Aktivitäten auf kultureller und sozialer Ebene!“ Heute leben 2400 Rumänen in Pforzheim, über 80 Prozent sind in Arbeit. Das Stadtoberhaupt ließ keinen Zweifel daran: „Wir sind in Europa Freunde geworden.“

Krichbaum als „Katalysator“

Dass Botschafter Emil Hurezeanu als exzellenter Gesprächspartner der deutschen Sprache mächtig ist, kommt nicht von ungefähr. Lange Jahre war er als Journalist des Senders „Free Europe“ in München das Sprachrohr in die damals noch kommunistische Welt. Mit dem Nachrichtensender „Radio Realitatea“ habe er im rumänischen Nach-Ceausescu die Regierenden mit seinen Kommentaren – so der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum – „zur Weißglut gebracht“.

Wenn Rumänien heute auf einem guten Weg und die Korruption kein großes Thema mehr ist, so der Botschafter, so sei dies auch Leuten wie dem Parlamentarier Gunther Krichbaum zu verdanken, der in seiner politischen Mission so etwas wie der Katalysator für den 2007 erfolgten Eintritt in die EU gewesen sei. Ohnehin seien Oana und Gunther Krichbaum nicht nur in Rumäniens politischen Kreisen „sehr bekannt und sehr geschätzt“, weil sie nicht oberlehrerhaft sondern fordernd und fördernd auftreten.

„Die Zugehörigkeit zu Europa ist ein wesentlicher Motor für die Entwicklung Rumäniens“, sagte der Botschafter. Ein Drittel der deutschen Investitionen komme aus Baden-Württemberg. Ohnehin habe man zum „Ländle“ historisch gewachsene Beziehungen: Drei Könige aus dem Hause Sigmaringen-Hohenzollern saßen einst auf dem rumänischen Thron. Heute noch seien die Rumänen „im Kopf Deutsche, im Herzen aber Franzosen“. Emil Hurezeanu zeigt sich stolz über die 150 Deutsch-Rumänischen Gesellschaften, die es in Deutschland gibt. Aber keine sei so aktiv wie die, deren zehnjähriges Bestehen man nun feiern dürfe.

Endlich Rumänien entdecken

Die Präsidentin der Gesellschaft, Oana Krichbaum, machte in ihrer Ansprache deutlich, dass man sich unverändert stark ins soziale Leben von Stadt und Region einbringen wolle. Dabei ließ sie den „geselligen Charakter“ der DRG nicht unerwähnt, betonte aber auch: „Unser Ziel bleibt die Völkerverständigung!“

Mit ihrer Familie gerade von einem Aktiv-Urlaub aus Rumänien zurück, ermunterte die DRG-Präsidentin ihre zahlreichen Gäste, die im „Ratskeller“ versammelt waren, sich auf Entdeckungsreise ins Tourismusland Rumänien zu begeben. Von den Wanderbergen der Karpaten und den Moldauklöstern bis zu den Naturoasen im Donaudelta gebe es viel zu entdecken, und die Netzverbindung sei – anders als in Deutschland – „bis in den hintersten Winkel“ optimal. Darüber hinaus treffe man auf freundliche Menschen.

Mit Julius Henning erinnerte ein wortgewaltiger Veteran an die Anfänge der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft, ehe Caritas-Direktor Frank Johannes Lemke die Zielsetzung der anschließenden Tombola erläuterte: Mit dem Erlös soll für über 600 behinderte Kinder der Region eine ausreichende Finanzierung dafür geschaffen werden, dass sie in Kindergarten und Schule bestmöglich integriert werden können. Den musikalisch sehr ansprechenden Beitrag zum gelungenen Jubiläumsabend leisteten die Violinistin Deborah Spiegel und der Bassist Klaus Dusek.

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