760_0900_119029_Gsell_2020_Autokino_G_Rau_01.jpg
Hier an der Dennigstraße wird der völlig andere „Gesell 2020“ steigen: die kreativen Macher Tim Grunwald (G. Rau), der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Matthias Morlock, Vorstandsmitglied Timo Gerstel, der stellvertretende Kreishandwerksmeister Joachim Butz und der Kreishandwerksmeister Rolf Nagel (von links).  Foto: Meyer 
760_0900_119028_Gsell_2020_Autokino_G_Rau_04.jpg
Rolf Nagel zeigt die exklusive Mund- Nase-Bedeckung.  Foto: Meyer 

Deutschlandweit wohl einmalig: Freisprechungsfeier in Pforzheim als Autokino

Pforzheim. Die Veranstaltung „Gesell“ ist in Pforzheim jedes Jahr ein gesellschaftliches Großereignis. Wer dachte, in Zeiten von Corona sei ein solches Event undenkbar, kennt die Kreishandwerkerschaft Pforzheim-Enzkreis schlecht. „Wer so umtriebig ist wie wir, kann so etwas nicht absagen“, betont Vorstandsmitglied Timo Gerstel verschmitzt. Die Würdigung der neuen Kollegen sei einfach „Ehrensache“. Und so ertüftelten die Macher ein Konzept, das wohl deutschlandweit einmalig ist, wie Kreishandwerkmeister Rolf Nagel bekräftigt.

Die Freisprechungsfeier läuft dieses Jahr als Autokino. Oder besser: „als Kinoevent“, verkündet Geschäftsführer Matthias Morlock stolz beim Ortstermin auf dem Parkplatz der Firma G. Rau an der Dennigstraße im Brötzinger Tal.

Ihm sei nicht bekannt, dass überhaupt irgendwo anders eine Freisprechungsfeier stattfinde, so Morlock. Als es im Frühjahr wegen Corona überall Absagen hagelte, begann für die Verantwortlichen die Suche nach Alternativen. „Wir sind Handwerker, wir machen was“, fasst Morlock den Tenor zusammen: „Die Technik und das Know-how sind ja da.“ Er schloss sich mit Gerstel kurz, der als Obermeister der Kfz-Innung und passionierter Cineast das Autokino auf dem Messplatz maßgeblich unterstützt hatte. Der hob den Daumen, doch eine geeignete Örtlichkeit musste her. „Machen wir, kein Problem“, habe es bei G. Rau sofort geheißen, berichtet Morlock. Und somit konnte es an die Detailplanung gehen. Und so wird „Gesell“ am Freitag, 16. Oktober, ablaufen: Die bis dahin fix Angemeldeten – nur erfolgreiche Prüflinge, keine externen Besucher oder Ehrengäste – können ab 17.15 Uhr anrollen. Pro Geselle in maximal einem Auto, am besten in Fahrgemeinschaften mit engen Berufskollegen oder Familienangehörigen. Um 18 Uhr beginnt die Show: Über die Leinwand flimmern werden Grußworte von Oberbürgermeister Peter Boch sowie die Reden von Nagel und dessen Stellvertreter Frank Herrmann, die allesamt vorab auf Video aufgenommen wurden.

Danach wird jener Film präsentiert, für den sich die Mehrheit der Gesellen entschieden hat.

Eingeladen zu „Gesell 2020“ am Freitag, 16. Oktober, ab 18 Uhr (Einlass: 17.15 Uhr) an der Dennigstraße 10 sind ausschließlich die freizusprechenden Junghandwerker. Sie müssen sich zwingend bis zum 8. Oktober auf www.kh-pforzheim.de/autkino oder über den QR-Code auf der Einladung anmelden. Dort gibt es auch alle Hinweise zur Hygieneverordnung und zum Wunschfilm. Die Teilnehmer sollten im eigenen Auto, jenem der Eltern oder am besten in Fahrgemeinschaften mit engen Berufskollegen, die ebenfalls eingeladen wurden, kommen. Auch Freund oder Freundin beziehungsweise Familienmitglieder können mitgebracht werden. Pro Prüfling ist aber maximal ein Auto zugelassen. Abgesagt werden müsste die Veranstaltung nur bei Sturm- oder Unwetterwarnung. Dann gäbe es die Gesellenbriefe bereits ab 18 Uhr im ebz.

Mehr über die Freisprechungsfeier lesen Sie am Mittwoch, 16. September, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.