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Milan Kopriva (links) und seine Kollegen beraten die Asylsuchenden bei Fragen und Problemen im Alltag. Foto: Ketterl
Milan Kopriva (links) und seine Kollegen beraten die Asylsuchenden bei Fragen und Problemen im Alltag. Foto: Ketterl
30.09.2014

Diakonie: Mehr Personal, mehr Hilfe für Asylbewerber

„Wir haben unser Personal erhöht und werden es auch künftig weiter erhöhen“, sagt Sabine Jost mit Blick auf die Prognosen. Die Geschäftsführerin der Diakonie Pforzheim und ihre Kollegen bieten im Auftrag der Stadt Beratung für die 358 Asylbewerber, die in Pforzheim derzeit untergebracht sind, darunter 130 Kinder. Die Angebote reichen vom Sprachunterricht bis zur Sprechstunde bei Alltagsfragen wie etwa einem Arztbesuch – wobei der Alltag eine Ausnahmesituation bleibt.

Je nach Unterkunft leben die Menschen auf engstem Raum, mit bis zu vier Personen pro Zimmer auf den langen Gängen der Unterkunft an der Adolf-Richter-Straße oder mit etwas mehr persönlichem Raum – aber nicht minder weit von der Stadt entfernt – im Eutinger Tal. Große Enge und fehlende Rückzugsräume begünstigen Konflikte, so auch die Abschottung. Lediglich die 85 Plätze an Kanal- und Bleichstraße sind nicht abgelegen. Zugleich sei soziale Isolation ein Problem, sagt Nadja Tiyma, die die den Sprachunterricht erteilt, nicht nur mit Blick auf die geografischen Entfernungen. „Wir haben nur zwei Personen, die arbeiten dürfen“, sagt Milan Kopriva. Grund sind die gesetzlichen Hürden. „Viele sind froh, wenn sie dem Hausmeister helfen können – oder auch bei der Gebäuderenovierung. „Die wollen arbeiten“, sagt Stefanie Schulz.

Von Analphabet bis Arzt

Die täglichen Herausforderungen, die Jost und ihre Kollegen beschreiben, sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie betreffen. Diese kommen aus Balkanländern wie dem ehemaligen Jugoslawien, dem Irak oder auch Georgien. „Jeder bringt seine Geschichte mit“, sagt Sabine Jost. Die Situation junger Männer, die aus einem Kriegsgebiet wie dem Irak oder Syrien kommen, hat wenig zu tun mit Großfamilien aus Südosteuropa. Wer von der Landeserstaufnahmestelle in Karlsruhe, Lea genannt, nach Pforzheim verwiesen wird, kann in seinem Leben nie lesen oder schreiben gelernt haben – oder ausgebildeter Facharzt sein. Derzeit warten zwei Doktoren auf die Zulassung durch die Ärztekammer.

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