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Foto: Symbolbild © dpa
11.11.2016

Diakonie braucht Spenden für Sprachkurse bei Flüchtlingen

Die Diakonie Pforzheim hofft auf Spenden, um im nächsten Jahr ihr Sprachkurs-Angebot für bleibeberechtigte Flüchtlinge auf einem Fortgeschrittenniveau auszubauen. Seit Herbst 2014 bietet die Diakonie, die für die Versorgung der momentan 1300 Flüchtlinge in den vorläufigen Unterkünften der Stadt zuständig ist, Sprachunterricht an.

In diesem Monat rechnet Abteilungsleiter Claus Spohn mit gerade mal 17 Asylbewerbern, die die Stadt aufnehmen muss. Laut Diakonie-Geschäftsführerin Sabine Jost erhalte der Träger pro Person eine einmalige Pauschale in Höhe von 93,37 Euro für das Vermitteln von Deutschkenntnissen. Das sei nicht kostendeckend, ergänzt Sprachkurs-Koordinatorin Nadja Tiyma. Allein in diesem Jahr hat der Träger laut Jost 45 000 Euro an Spenden für dieses Bildungsthema zusätzlich aufgebraucht. Unabhängig von der Bleibeperspektive könnten alle Flüchtlinge an den angebotenen Grundkursen teilnehmen, erklärt Tiyma. Diese nutzen etwa Afghanen, denen der Zugang zu regulären Integrationskursen verwehrt ist. Denn ihre Anerkennungsquote liegt unter 50 Prozent. Trotzdem würden sie oft nicht abgeschoben und erhielten nur eine Duldung.

Für Asylsuchende aus den Ländern Iran, Irak, Syrien, Eritrea und Somalia gibt es hingegen seit einem Jahr außerdem die Möglichkeit, einen Integrationskurs bei einem anderen Träger zu besuchen. Doch auch sie hätten oft monatelange Wartezeiten zu überbrücken und bräuchten in dieser Zeit die Chance, Deutsch zu lernen, gibt Jost zu bedenken. In den vergangenen Jahren hatte die Diakonie elf Grundkurse angeboten mit insgesamt 219 Teilnehmern. 60 Frauen und Männer lernten unter Aufsicht von Lehrern in speziellen Kursen das lateinische Alphabet. 43 Menschen übten sich im Lesen und Schreiben, und 166 erhielten Kenntnisse auf fortgeschrittenem Niveau. Dieses letztere Angebot wolle man künftig ausweiten, erklärt Jost. Denn es sei erkennbar, dass Bleibeberechtigte nach abgeschlossenem Integrationskurs weiter gefördert werden müssten. Faktisch gebe es aber dafür keine Zuschüsse.

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