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Stellt das Projekt vor: Natascha Härdter (links) von der  „Selbsthilfegruppe-Adipositas“ am Klinikum Pforzheim.
Stellt das Projekt vor: Natascha Härdter (links) von der „Selbsthilfegruppe-Adipositas“ am Klinikum Pforzheim. © Reinhardt
30.06.2011

Dicke Kinder: Der lange Leidensweg mit der Fettsucht

Pforzheim. Mobbing und Schikane, soziale Isolation und Familienprobleme: Wenn Melanie B. und Martina B. (Namen geändert) von ihrer Krankheit, der Fettsucht, erzählen, dann gehören auch sozialen Probleme und Erniedrigungen dazu. Schon von Kindheit an ist Melanie übergewichtig, und die psychische Belastung war bereits in der Schule entsprechend groß: „Man wird gemobbt, es fallen böse Worte.“

Die 26-Jährige hat etliches in ihrem Leben ausprobiert, um die Pfunde los zu werden. Sport, unzählige Diäten, aber nichts, was Erfolg gezeitigt hat: „Es kam alles doppelt und dreifach zurück.“ Seit Oktober nimmt Melanie an einer Therapie teil. „Es ist ein langer, mühsamer Weg“, sagt sie.

Die Neugründung einer Selbsthilfegruppe soll Betroffenen die Möglichkeit geben, ihren eigenen Weg mit dem Umgang ihrer Krankheit zu finden: „Da die frühere Selbsthilfegruppe nicht mehr existiert und ich heute durch meinen Gewichtsverlust viel Energie gewonnen habe, versuche ich, Gleichgesinnten zu helfen“, sagte Gruppenleiterin Natascha Härdter, die den Besuchern ihren Leidensweg schilderte. Von nun an soll jeden zweiten Mittwoch im Monat ein Informationsabend zum Thema am Klinikum Pforzheim stattfinden, an jedem vierten Mittwoch im Monat soll sich die Selbsthilfegruppe treffen.