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Ein zünftiges Geburtstagsessen: Emilie Hanslmaier hat sich im „Heim am Hachel“ gut eingelebt.  Foto: Privat 

Die 100-jährige Emilie Hanslmaier ist immer für einen Tratsch aufgelegt

Pforzheim. Sie sieht jünger aus: Doch Emilie Hanslmaier hat am Ostersonntag im „Heim am Hachel“ mit der Betreuungskraft Silke Vogt und einem zünftigen bayerischen Weißwurstfrühstück mit „Brezen“ und Bier ihren 100. Geburtstag gefeiert. Wenn man die Dame auf ihr rundes Jubiläum anspricht, dann antwortet sie auf urbayerisch: „Wos so old bin i scho. So old wird doch koiner“. Sie schon, denn Emilie Hanslmaier hält sich durch Arbeit fit, in dem sie beispielsweise ihr Bett selbst macht und ihr Zimmer aufräumt.

Die Hundertjährige wurde vor einem Jahrhundert am 12. April 1920 in Steinbühl im Kreis Deggendorf geboren, ist verwitwet und kinderlos und lebte bis 2015 direkt in München, bis ihr der Gang in den dritten Stock zu anstrengend wurde.

Kein Wunder, dass Emilie Hanslmaier ihren bayerischen Dialekt beibehalten und auch immer einen Spruch auf Lager hat, auch wenn mancher etwas derb daherkommt. Beim Gedächtnistraining macht Hanslmaier beispielsweise nicht gerne mit, bezeichnet die Aktivität als „Schmarrn“, weil sie in ihrem Leben schon genug lernen musste. Dafür geht Emilie Hanslmaier – zu normalen Zeiten – gerne im Garten spazieren und tratscht mit anderen Bewohnern.

Die Seniorin hat keine Verwandte in München, aber eine Cousine mit zwei Kindern in Pforzheim. Dies war auch der Grund, weshalb sie im Oktober 2015 von der bayerischen Landeshauptstadt in die Goldstadt, ins „Heim am Hachel“ umgezogen ist. Nach Anfangsschwierigkeiten hat sich die Jubilarin gut eingelebt. Dies ist sicherlich mit ein Verdienst von Betreuungskraft Siegfried Lutz, der bei seinem ersten Besuch Lieder auf dem Akkordeon spielte und dazu sang. Die Freude war bei Emilie Hanslmaier sehr groß – seit jenem Tag ist Betreuungskraft Siegfried Lutz nämlich ihr „Schätzle Siggi“. So nimmt sie gerne an seinen Musikrunden teil und natürlich ist „In München steht ein Hofbräuhaus“ das Lokal, das sie früher oft mit ihrem Mann besuchte, ihr Lieblingslied.

Häufig erzählt die Jubilarin von der „Spaten Brauerei“ in München, wo ihr Mann gearbeitet hat und trinkt auch hin und wieder gerne ein Bier. Allerdings vermisst Emilie Hanslmaier die bayerische Kost. So machte ihr das „Heim am Hachel“ eine sehr große Freude und servierte ihr zum 100. Geburtstag ein bayrisches Weißwurstfrühstück, das sie gemeinsam mit Betreuungskraft Silke Vogt sehr genoss – auch wenn aus Corona-Gründen kein großes Fest stattfinden konnte.