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Andy King ist Elvis – und damit der „King“ auf der Sparkassenbühne, einer von drei Bühnen für die musikalischen Acts. Foto: Meyer
Weil es ein Familiensonntag ist, darf auch ein Kinderkarussell in der Fußgängerzone nicht fehlen. Foto: Meyer
09.10.2016

Die 50er werden wieder lebendig beim „Pforzheimer Wirtschaftswunder“

Der verkaufsoffener Sonntag mit Nostalgie-Effekt lockt Tausende Besucher in die Pforzheimer Innenstadt. Der Einzelhandel profitiert vom Sog des „Wirtschaftswunders“.

Bildergalerie: Besuchermagnet Pforzheimer Wirtschaftswunder - 1

Es sind Sätze wie diese, die Männer fürchten – und das Herz des Einzelhandels höher schlagen lassen: „Schatz, wollen wir mal nach Schuhen für Dich schauen?!“ Dabei will sich Schatz lieber die Nase platt drücken an den Scheiben der Mustangs, Camaros, Thunderbirds, Goggos, Topolinos, Muscle Cars und Porsche-Rennsemmeln. Aber auch an aktuellen Modellen, wie sie dort aufgereiht sind, wo üblicherweise Fahrgäste auf den Bus warten – zwischen der Uhr am „Leo“ und der Deutschen Bank, abgelöst von den Brummern des Harley Davidson Clubs, angeführt von ihrem Vorsitzenden Roland Rauschmayer.

Bildergalerie: Besuchermagnet Pforzheimer Wirtschaftswunder - 2

Der Trauring-König hat eifrig Bussis verteilt am Beginn der Fußgängerzone, wo sich alle treffen, die die Basis geschaffen haben für das Gelingen dieses „Wirtschaftswunder“-Sonntags: politische Entscheidungsträger, die „grünes Licht“ gaben für den „Verkaufsoffenen“ (keine Selbstverständlichkeit), Händler – von der Bahnhofstraße bis zum Sedanplatz –, die mit zahlreichen Attraktionen der Innenstadt zum Erlebnis-Sonntag verhelfen, Wirtschaft und Stadtmarketing, an der Spitze WSP-Chef Oliver Reitz und Citymanager Rüdiger Fricke. Nicht zu vergessen die PZ mit dem Verleger Albert Esslinger-Kiefer und dem Geschäftsführenden Verleger Thomas Satinsky, denen für die mediale Unterstützung der Einzelhandelsvorsitzende Horst Lenk und Oberbürgermeister Gert Hager explizit danken.

Lenk spricht angesichts der 14. Auflage des themenbezogenen „Wirtschaftswunder“-Sonntags von einer „eingeführten Marke“ und einem „regelrechten Zugpferd“, das verlässlich Zehntausende von Besuchern in die Innenstadt ziehe.

Vespa und Petticoat

Die Stammkunden, die – nicht nur, aber auch – an diesem Sonntag in die Stadt kommen, manche mit Kind und Kegel, wissen, was sie erwartet: ein optisches und akustisches Revival der 1950er- und 1960er-Jahre mit Petticoat und Schmalztolle, Rock’n’Roll, Vespas und rüstigen BMW-Veteranen.

Auch das Wetter spielt zu großen Teilen mit – optimal für einen Bummel, unterbrochen durch beherztes Shopping in mollig warmen Geschäften oder Kräfte-Tanken an der Außen-und Innengastronomie. Und immer liegt Musik in der Luft – gleich auf drei Bühnen wird die Elvis-Ära oder die Zeit des (deutschen) Wirtschaftswunders wieder lebendig: sei es gleichnamige Band aus Stuttgart oder die „Blue Cats“, „The BangBags“, „Lucky 13“ oder „Andy King & The Memphis Riders“.

Jazz in der Kirche

Im VolksbankHaus knotet seit eineinhalb Tagen Ralf Esslinger ein Sparschwein aus Luftballons – gerade ist er zurück aus China, wo er mit 30 der besten Ballonkünstlern aus 22 Nationen auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern die größte Ballonstadt der Welt erstellt hat – offizieller Weltrekord.

Auch das Theater bringt sich ein, das Schmuckmuseum und die „Schmuckwelten“ – und einen eher besinnlichen Kontrapunkt bietet die Schloßkirche mit der traditionellen Jazz-Vesper – es spielt die „Penthouse-Jazzband“ unter Leitung von Peter Maisenbacher und der organisatorischen Leitung von Siegfried „Bibi“ Kreutz –, Texten, Gedanken und Gebeten unter der liturgischen Leitung von Schloßkirchen-Pfarrerin Heike Reisner-Baral. Die Saison der „offenen Kirche“ ist damit beendet.