nach oben
Notariatsdirektor Wulf Oppelt packt die letzten Kisten in seinem bisherigen Büro. Foto: Meyer
Notariatsdirektor Wulf Oppelt packt die letzten Kisten in seinem bisherigen Büro. Foto: Meyer
29.12.2017

Die Ära des staatlichen Notariats in Pforzheim endet

Pforzheim. Die rund 300 staatlichen Notariate im Land werden mit dem Ablauf dieses Jahres Geschichte sein – auch das in Pforzheim. Der Landtag hat die Notariatsreform in Baden-Württemberg vor neun Jahren beschlossen, nun greift sie. Und wie. Es ist Nachmittag, in dem Gebäude an der Erbprinzenstraße nimmt niemand mehr das Telefon ab. Die rund 30 Mitarbeiter im Notariat Pforzheim sind beschäftigt. Heute war ihr letzter Arbeitstag als Angestellte des Landes.

Auch Notariatsdirektor Wulf Oppelt hat seine Sachen gepackt. Mit gemischten Gefühlen: „Es ist eine große Umstellung, aber jede Veränderung birgt Chancen und Risiken.“ Ab dem ersten Januar werden er und seine Kollegen als freiberufliche Notare arbeiten – wie in allen anderen Bundesländern Deutschlands auch. Drei seiner vier Kollegen treten wie er den Weg in die Selbstständigkeit an, einer geht in den Ruhestand. Die meisten ihrer Angestellten werden sie in ihre zwei neuen Sozietäten begleiten.

Künftig sind im Land nicht mehr die Notare, sondern die größeren Amtsgerichte für die Geschäfte des Nachlassgerichts zuständig – insbesondere für die Erteilung von Erbscheinen und die Verwahrung und Eröffnung von Testamenten. Praktisch, dass die Mitarbeiter des Gerichts, die ab 1. Januar für Stadt und Enzkreis zuständig sind, die Räume des Notariats übernehmen können. Oliver Weik, Direktor des Amtsgerichts, sieht sein Team dennoch vor einer großen Herausforderung: „Wir müssen quasi aus dem Stand heraus die Geschäfte mit zum Teil neuem Personal, neuer EDV in einem bislang hier nicht vertretenen Rechtsgebiet übernehmen“, sagt er. Alle Verfahren, die vom Notariat an das Amtsgericht abgegeben werden, müssten erfasst und registriert, Räumlichkeiten umgebaut werden. „Wir bitten daher um Verständnis, wenn in den ersten Wochen nur unaufschiebbare Angelegenheiten erledigt werden können“, so Weik.

Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.