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Gotthilf Ehninger hatte sich die Aussöhnung mit England zur Lebensaufgabe gemacht.  Foto: Seibel/PZ-Archiv 

Die Aussöhnung mit England als Lebensinhalt: Gotthilf Ehninger ist gestorben

Pforzheim. In seinem 100. Lebensjahr ist eine der prägenden Pforzheimer Gestalten der Versöhnung gestorben: Gotthilf Ehninger. Mit seiner Frau Renate Beck-Ehninger stand der gebürtige Aalener für Friedensarbeit und dafür, dass aus ehemaligen Feinden trotz aller Wunden, die der Zweite Weltkrieg geschlagen hatte, Freunde werden können.

Nicht von ungefähr erhielt das Ehepaar im Jahr 2006 aus den Händen der damaligen Oberbürgermeisterin Christel Augenstein beim Neujahrsempfang der Stadt die Bürgermedaille – ein Novum in der Geschichte der Bürgermedaillen-Verleihung. Augensteins Nach-Nachfolger, Peter Boch, spricht in einem Kondolenzschreiben an die Familie von den „großen Verdiensten“ Ehningers. Er habe sich mit seiner Frau um die Stadt Pforzheim verdient gemacht.

Untrennbar ist mit Gotthilf Ehninger die Nagelkreuzgruppe, die Partnerschaft des Stadtteils Huchenfeld mit der walisischen Gemeinde Llanbedr, das Holz-Schaukelpferd „Hope“ und die Geschichte der in Huchenfeld und Dillweißenstein ermordeten fünf Fliegeroffiziere der Royal Air Force verbunden. Die Ehningers suchten den Kontakt zu deren Familien – immer an die Worte des Propstes der Kathedrale von Coventry erinnernd: „Father forgive“ – „Vater, vergib“.

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Olaf Lorch-Gerstenmaier

Olaf Lorch-Gerstenmaier

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