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Lea Vogel (links, 15) informiert sich bei Rosemarie Gnosdorz vom Helios-Klinikum über eine Ausbildung im Gesundheitsbereich.
Jonas Wolfinger (15, rechts) mauert zusammen mit Marcus Tittel.
Uwe Bäuerle (rechts) und Eric Beiser zeigen Quentin Alva (15) die Kettensäge.
Eine Ausbildung beim Autohaus Hahn könnten sich die Brüder Benjamin (links) und Jonathan Gerhards vorstellen. Serviceleiter Roberto Gomez freut sich darüber.
21.02.2016

Die Azubi-Messe im CCP zieht Scharen junger Leute an

Kurz nach 9 Uhr sind die Reihen im CongressCentrum Pforzheim (CCP) mit Jugendlichen gefüllt. Die Ausbildungsmesse der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim ist schon jetzt ein voller Erfolg. Wenn die Veranstaltung um 14 Uhr zu Ende geht, haben die Veranstalter 7000 Besucher gezählt, die sich in diesem Jahr am Samstag erstmalig auf das CCP und die Jahnhalle verteilen.

Was macht die Veranstaltung so beliebt? Sie füllt eine Lücke. Denn die Berufswahl, das wissen die Jugendlichen, ist meist eine Entscheidung fürs Leben. Die will bedacht sein.

Was einen Job ausmacht, das ist hier ganz konkret erfahrbar. Denn die Ausbilder präsentieren sich umfassend an ihren Ständen. Wie die Goldschmiedeschule Pforzheim. Die hat zwar Schüler aus der ganzen Welt – will sich aber auch auf dem heimischen Parkett präsentieren. „Das ist uns wichtig“, sagt der Lehrer Jörg Hammer. Um den Interessenten – die meisten jung, viele schüchtern – den Einstieg zu erleichtern, hat Hammer selbst zwei Azubis mitgemacht. Was den Beruf ausmacht, wird nicht per Bild oder Text erklärt, sondern aus der Praxis heraus. „Wir zeigen hier, wie man beispielsweise eine Kette fertigt“. Schnell wird klar: Die Messe ist für die Unternehmen fast genauso wichtig wie für die jungen Schüler. So zum Beispiel bei der Polizei, die – wie alle eher nicht-technischen Berufsfelder – ihren Platz in der Jahnhalle gefunden hat. Stimmt es denn, dass die Polizei unter Personalmangel leidet, wie die Polizeigewerkschaft gerade in einer Plakat-Kampagne darstellt? Ja, sagt Robin Willwerth. Das Problem sei weniger die Anzahl der Bewerber – sondern vielmehr deren Qualität. „Über 60 Prozent der Teilnehmer schaffen den Einstellungstest für den mittleren Dienst nicht“.

Die Polizei zeigt Präsenz, weil sie die wirklich kompetenten Bewerber für sich gewinnen will. Auch hier in der Jahnhalle, eigentlich dem Nebenschauplatz der Messe, ist ein Fortkommen nur im Gedränge möglich. Wie dort sind es auch im CCP Scharen von Jugendlichen, die sich um die Stände drängen – und die nicht nur aus der Region Nordschwarzwald kommen.

Marvin Förster (16) beispielsweise ist aus Baden-Baden angereist; er interessiert sich für eine Ausbildung bei der Scheideanstalt C.Hafner. Das Unternehmen ist gerade von Pforzheim nach Wimsheim gezogen. Hat das Auswirkungen auf die Bewerber? „Ja“, sagt Kerstin Förster „Wir haben jetzt deutlich mehr Bewerbungen aus dem Stuttgarter Raum, vor allem aber aus Wurmberg oder Tiefenbronn“. Aber auch in Pforzheim wollen sie nach geeigneten Kandidaten suche, deshalb ist Hafner auf der Messe.

Dass das immer wieder gut funktioniert, zeigen die Azubis am Stand von Altatec, Florian Klingel und Denis Schulenburg. Beide sind zufrieden mit ihrer Ausbildung. Wie sind sie auf ihren Arbeitgeber gekommen? „Wir haben uns Altatec auf der Azubimesse angeschaut – und jetzt sind wir hier angestellt“. Dass es so einfach läuft, hoffen die meisten der Jugendlichen.