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Wie dramatisch die Dürreschäden an den Weißtannen im Pforzheimer Hagenschieß sind, zeigt Revierförster Martin Hof. Es ist das letzte Foto, das Gerhard Ketterl für die „Pforzheimer Zeitung“ am Ende seiner Berufslaufbahn geschossen hat. 
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Im Gewann Spitalwald zeigt Revierleiter Martin Hof den Zustand der Weißtannen. 
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So sehen die absterbenden Nadelhölzer aus.  Foto: Stadt 

Die Folgen der Hitze im Wald: Weißtannen sterben durch die Dürre

Pforzheim. Rotgefärbte abgestorbene Weißtannen im sonst grün belaubten Wald entdeckt der aufmerksame Spaziergänger jetzt im Hagenschieß. Seit Anfang des Jahres tritt das immense Schadensbild immer stärker zutage.

„Es sind die Folgen des extremen Dürrejahrs 2018“, sagt Umweltamtschef Markus Haller. Schlimmer sei das gewesen als das Trockenjahr 2003: Denn bis Ende November fiel kaum Regen, konnten die tieferen Schichten, in denen die Weißtanne wurzelt, nicht ausreichend befeuchtet werden. Das in ganz Mitteleuropa viel zu trockene Jahr 2018 sei mit einer viel zu hohen durchschnittlichen Temperatur einhergegangen, erklärt Haller. Die Nadelhölzer waren bundesweit die Leidtragenden. Jetzt komme der Stadt zugute, dass die Experten schon seit langem auf naturnahe Mischwälder setzen. Zu 60 Prozent bestehen die Mischwälder im Stadtgebiet aus Laubbäumen wie Buchen (die auch betroffen sind) und Fichte. Die Weißtanne als stärkster Vertreter der Nadelhölzer im Hagenschieß ist laut Haller am stärksten betroffen.

Mittlerweile habe der Forst den Einschlag der Schadhölzer abgeschlossen, erklärt Haller. Die Folgen der Dürre kosteten allerdings in mehrfacher Hinsicht Geld. Wegen der schwierigen Holzmarktlage bei Nadelhölzern und stark gesunkener Preise seien dort nur Bäume eingeschlagen und vermarktet worden, wo die Schäden konzentrierter waren – im Hagenschieß.

Einzelne tote Weißtannen, die fast überall im Stadtgebiet zu finden sind, könnten in der Tiefe des Waldes stehenbleiben, bis sie umfallen. Diese Lücken, so Haller, schlössen sich von selbst wieder. Die Eichelmast sei gut gewesen im vergangenen Jahr, so dass die Verjüngung des Waldes funktioniere. An Stellen, wo Menschen allerdings auf Waldwegen durch umstürzende Bäume gefährdet werden könnten, müssten die Umweltexperten die Wege sichern und die Bäume fällen. Schädlinge wie der Borkenkäfer hätten zusätzlich die geschwächten Bäume geschädigt.

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