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Nina Gessert ist in ihrem Element: Die 19-Jährige macht eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. 

Die Freundlichkeit in Person: Nina Gessert ist Azubi des Monats Mai

Nina Gessert absolviert eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Siloah St. Trudpert Klinikum in Pforzheim.

Behutsam legt sie der Frau im Krankenhausbett die Manschette um den Arm, bevor sie den kleinen Blasebalg betätigt und mit dem Stethoskop die Pulsgeräusche abhört. Dann schenkt Nina Gessert der Patientin ein Lächeln. „Alles in Ordnung, Ihr Blutdruck ist super“, sagt die 19-Jährige, die aktuell eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Siloah St. Trudpert Klinikum in Pforzheim absolviert. Die junge Frau ist im zweiten Lehrjahr und könnte sich keinen schöneren Job vorstellen – dabei war Krankenpflegerin zunächst alles andere als ihr Traumberuf.

Nina Gessert ist Azubi des Monats Mai
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Nina Gessert ist Azubi des Monats Mai

„Anfangs wollte ich eigentlich gar nicht ins Krankenhaus“, sagt die Pforzheimerin, die über die Arbeit in einer Klinik jede Menge Schauermärchen gehört hatte. Doch nach einem sozialen Jahr im Siloah war sie vollkommen überzeugt. „Das will ich mein ganzes Leben lang machen“, da ist sie sich sicher. Und sie weiß nun: „Man sollte immer seine eigenen Erfahrungen machen, erst dann kann man wirklich urteilen.“

Wandel um 180 Grad

Früher hatte Nina keinen Spaß am Lernen in der Schule, heute saugt sie die neuen Inhalte nur so in sich auf. „Sie ist eine Schülerin, wie wir sie uns wünschen“, sagt Susanne Pröll. Die Leiterin des Bildungszentrums für Pflegeberufe am Siloah hat die 19-Jährige schon in ihr Herz geschlossen. „Die Nina ist verantwortungsbewusst, sehr genau und engagiert. Mit was sie punktet, ist ihr freundliches Wesen.“ Auch bei Stress bleibt die junge Frau immer freundlich, selbst in belastenden Situationen verliert sie nicht ihre positive Art, ergänzt Pröll. Und das, obwohl solche Situationen in einem Krankenhaus häufig vorkommen können.

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„Klar gibt es wie in jedem Beruf auch Schattenseiten“, sagt Nina und denkt dabei an eine junge Frau, die an Brustkrebs erkrankt war. „Die Patientin ist letztlich daran gestorben, das werde ich nie vergessen.“ Der Auszubildenden hilft es dann, mit ihren Eltern oder Freunden über das Erlebte zu sprechen. Außerdem ist man als Schülerin nie allein, sondern immer einer erfahrenen Pflegekraft zugeteilt. In ihrer Freizeit geht sie gerne spazieren und macht Sport – „da kriegt man den Kopf frei“ – oder unternimmt etwas mit ihren Freunden. „Die positiven Erfahrungen überwiegen aber in meinem Job“, sagt Nina und lacht. Zum Beispiel hat sie schon eine Geburt mit erlebt, das war „einfach unvergesslich“.

Drei Fragen an Susanne Pröll, Schulleiterin im Bildungszentrum für Pflegeberufe am Siloah St. Trudpert:

1. Was macht man als Gesundheits- und Krankenpfleger?
Man erfasst im Grunde den Gesundheitszustand eines Menschen. Überall, wo er Hilfe benötigt, wird sie ihm auch gewährleistet. Das sind medizinische Unterstützungen oder auch Dinge, die er im alltäglichen Leben noch allein konnte, aber inzwischen Hilfe benötigt.

2. Welche schulischen Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung?
Die mittlere Reife oder ein vergleichbarer Bildungsabschluss sind Voraussetzung. In Deutsch und den Naturwissenschaften sind gute Leistungen wichtig, außerdem sollte man gesundheitlich geeignet sein.

3. Welche Eigenschaften sollte Ihr perfekter Azubi mitbringen?
Grundsätzlich sollte man ein Menschenfreund sein, sollte offen sein und auf andere zugehen können. Außerdem sollte man verantwortungsbewusst, gut organisiert und teamfähig sein. Darüber hinaus muss er körpernahes Arbeiten zulassen.

In der Serie „Azubi des Monats“ stellt die „Pforzheimer Zeitung“ jeden letzten Samstag im Monat einen Auszubildenden vor, der außergewöhnlich ist. Du willst „Azubi des Monats“ werden? Dann schick uns deine Bewerbung an internet@pz-news.de.

Nina Tschan

Nina Tschan

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