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Rund 250 Gäste genießen ihr mitgebrachtes Menü beim „Diner en blanc“ des Lions Club Remchingen-Pfinztal am „Italienischen Plätzchen“. Fotos: Bechtle
Die anfängliche Spendensumme wurde gar noch überboten. Am Ende waren es über 20 000 Euro, die PZ-Verleger Albert Esslinger Kiefer (Mitte) von Past-Präsident Herbert Müller (links) und Präsident Hartin Müller entgegennehmen konnte.
Farblich passend: Ganz in Weiß feiert auch die Podenco-Hündin Capi von Iris Henkenhaf-Stark mit.
O sole mio: Tenor Enzo d‘ Eugenio besingt die Sommersonne.
18.07.2016

Die Goldstadt ganz in Weiß: Lions Club Remchingen-Pfinztal begeistert mit „Diner en blanc“.

Pforzheim. Man mag 1955 die Nase gerümpft haben, als Hertha von Puttkammer in ihrem – vermutlich zu Recht – wenig beachteten Ratgeberbüchlein „Guts Benehmen macht beliebt“ angeregt hatte, doch mal zum „Mitgebrachten“ einzuladen. Gut 60 Jahre später ist diese Praxis auch in der saturierten Gesellschaft angekommen. Zum dritten Mal hatte am Sonntag der Lions Club Remchingen Pfinztal zum „Diner en blanc“ eingeladen, einem Abendessen in Weiß.

Vom Häppchen bis zum Menü

Vorspeise, Hauptgang, Dessert und Getränke – die Gäste brachten ihr Menü selbst mit. Die Kleiderordnung, wie der Name vermuten lässt: blütenreines Weiß von Kopf bis Fuß.

Bildergalerie: Lions Club Remchingen Pfinztal lädt zum „Diner en blanc“

Teilweise erhebliche Mühen nahmen die 250 Gäste in weißer Kleidung bei der Vorbereitung der Schlemmereien auf sich. „Für studentische Verhältnisse zu nachtschlafender Zeit“ ist Clemens Sadler aufgestanden. Der Schatzmeister der erst im vergangenen Jahr wieder zum Leben erweckten Lions-Jugendorganisation Leo Club teilte sich sein Menü mit Past-Präsident Philipp Dörflinger: Caprese, mediterranes Hähnchen mit Reis und zum Finale Quark mit selbst gepflückten Brombeeren.

Juwelier Georg H. Leichts Glanzlicht des Tages sei die von Ulrike Link zubereitete Quiche gewesen. „Das Geheimnis liegt im Boden“, vermutete Leicht. Gleichermaßen angetan war er jedoch auch vom raffiniert zubereiteten Couscous mit Erdbeeren, den seine Frau Silke zum gemeinsamen Schlemmermenü beigesteuert hatte. Unternehmerin Gerhild Albes hingegen begnügte sich mit kleinen Naschereien, die ihre Freunde bereitwillig teilten. „Das ist so eine schöne Atmosphäre hier unter den Bäumen, auch ohne großen Hunger macht dieses Diner Spaß“, so Albes.

Auf der einen Seite die Enz, auf der anderen Seite die neugierigen Passanten – das „Italienische Plätzchen“ an der Rossbrücke stellte sich als hervorragender Veranstaltungsort heraus. „Es ist ja irgendwie auch ein Statement, wo man so was stattfinden lässt“, sagte Architekt Axel Neuhäuser aus Birkenfeld. So eine Veranstaltung gehöre mitten in die Stadt.

Lichtblick für tapferen Jungen

Der Veranstaltungsort war strengstens geheim gehalten worden. Nur wer einen frei wählbaren Betrag spendete, erfuhr die Adresse. Auf diese Weise kam eine Summe von rund 20 000 Euro zusammen, die Past-Präsident Herbert Müller und der amtierende Lions-Präsident Hartin Müller an PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer übergeben haben. Die Zuwendung kommt der Stiftung „Menschen in Not“ zugute, die einen Großteil der Summe für die gesundheitliche Rehabilitation eines jungen Mannes verwenden wird. Sebastian, infolge eines Sturzes querschnittgelähmt (die PZ berichtete), möchte sich mit eisernem Willen wieder aus dem Rollstuhl befreien. Die Therapie, so Past-Präsident Müller, sei recht kostspielig.

Am Ende ist PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer voll des Lobes: „Das war erneut ein hervorragend organisiertes Event, bei dem gut gelaunte Menschen vereint waren, um letztendlich einer guten Sache zu dienen. Dass diesmal unsere Hilfsaktion ,Menschen in Not‘ mit einem so stolzen Betrag bedacht wird, das freut uns ganz besonders, und wir sagen allen Akteuren in Weiß für diese großherzige Zuwendung herzlichen Dank.“