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Das Haus der Jugend und seine Nutzer haben an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße eine Interimslösung für die Renovierung der Originalräume gefunden. Das freut Ghzwan, Nerjivan, Saad, Bart Dewijze, Adeeb und Hezha (von links). Foto: Tilo Keller
Das Haus der Jugend und seine Nutzer haben an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße eine Interimslösung für die Renovierung der Originalräume gefunden. Das freut Ghzwan, Nerjivan, Saad, Bart Dewijze, Adeeb und Hezha (von links). Foto: Tilo Keller
04.12.2016

Die Kugel rollt im provisorischen Haus der Jugend

Pforzheim. Nach monatelangen Umzugsarbeiten, Abstimmungen mit Behörden und unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden wurde am Samstagabend die offizielle Eröffnung des provisorischen Hauses der Jugend in der Westlichen Karl-Friedrich-Straße gefeiert. Unter anderen besichtigten Sozialbürgermeisterin Monika Müller, die Bundestagsabgeordneten Katja Mast (SPD) und Gunther Krichbaum (CDU) sowie Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler das vorübergehende Haus der Jugend. Das Provisorium in den Fabrikhallen der ehemaligen Schmuckfertigung der Firma Dettinger wird voraussichtlich bis Ende 2018 als Überbrückungslösung dienen.

Bis dahin soll die rund drei Millionen Euro teure Grundsanierung des alten Hauses der Jugend im Benckieserpark abgeschlossen sein. „Die Eröffnung ist eine wichtige Zwischenetappe“, sagte Krichbaum. Es sei trotz des schlechten Zustands des alten Hauses der Jugend schön, die Einrichtung als Geschenk der Amerikaner zu erhalten und so Geschichte und emotionale Bindung zu wahren.

Überbrückung gelungen

Während des Umzugs wich Fachbereitsleiter Bart Dewijze mit den Kindern und Jugendlichen in die Bücherei, Parks, die Osterfeldschule und weitere Jugendräume der Stadt aus und unternahm zahlreiche Ausflüge. „Es war uns wichtig, stets für die Jugendlichen da zu sein, um sie nicht zu verlieren“, sagte Dewijze. Umso mehr freute er sich über die Eröffnung der über 600 Quadratmeter großen Jugendräume. Während des Umbaus haben rund 40 Jugendliche tatkräftig mitgearbeitet. Aus dem alten Haus der Jugend haben sie gemeinsam 15,5 Tonnen Sperrmüll, Holz und Schrott entfernt. Dadurch konnten die Kosten für den Umzug relativ gering gehalten werden.

Sanierung beginnt im März

Die Grundsanierung wird ab März beginnen, erklärte der zuständige Baureferent Marc Feltl. Das Provisorium kann sich durchaus sehen lassen. Die Fabrikhallen wurden zu großzügigen Spiel-und Aufenthaltsräumen mit Tischkicker, Billiard und Tischtennis-Platte umgestaltet. Auch die Spielkiste, eine Hausaufgabenbetreuung und ein Kinderspielraum für die Jüngeren haben ihren Platz gefunden. Die Bar, an der Jugendliche ihre Freunde und Bekannten bedienen und sich so ihr Taschengeld aufbessern können, wird fortgeführt. Auch der 17-jährige Saad und sein 15-jähriger Freund Adeeb haben beim Umbau geholfen und sind mit der Übergangslösung sehr zufrieden. „Wir haben hier viel Platz, um Freunde zu treffen und Videos zu drehen“, sagte Saad, der einen Youtube-Kanal betreibt.

Kleine Einschränkungen müssen die Kinder und Jugendlichen aber doch in Kauf nehmen. Auf einen Park zum Toben muss verzichtet werden, denn auf dem Parkplatz auf dem Hinterhof in der Habermehlstraße darf nicht gespielt werden. Außerdem sind die Decken der Räume sehr hoch, wodurch es im Jugendraum schnell laut wird. Im Durchschnitt nutzen täglich 80 Kinder und Jugendliche die Angebote des Stadtjugendrings. In der vergangenen Woche habe sich die Anzahl der Kinder verdoppelt, so Dewijze. „Es ist sehr wichtig für Pforzheim, ein qualitatives Jugendhaus zu haben. Der Bedarf ist groß“, betonte Hartmut Wagner, der Geschäftsführer des Stadtjugendrings.