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Dienstag-Markt vor dem Rathaus dünnt immer mehr aus.
Dienstag-Markt vor dem Rathaus dünnt immer mehr aus © Ketterl
12.07.2011

Dienstag-Markt vorm Rathaus dünnt aus

PFORZHEIM. Mit großen Erwartungen sind 14 Händler des ehemaligen Dienstags-Marktes auf dem Pfälzerplatz im Januar vor das Rathaus in die Innenstadt gerückt. Jetzt sind gerade mal fünf auf dem Marktplatz übriggeblieben.

Und jetzt überlegt sich auch noch Kuno Dobler, Chef der Metzgerei in Knittlingen, ob er das für ihn nicht lukrative dienstags-Geschäft in Pforzheim aufgibt – dann wären es nur noch vier Marktbeschicker vor dem Rathaus in der Innenstadt. „Ich habe keinerlei Hoffnung, dass es besser wird“, sagt Dobler. „Außer Spesen nichts gewesen, lautet meine Bilanz, zumal ich ja auch noch meine Benzinkosten von Knittlingen nach Pforzheim rechnen muss“, sagt er.

Kunde Gerhard Haller aus Eisingen, der dienstags immer nach Pforzheim auf den Markt kommt, weil er mit der Metzgerei Dobler verbunden ist, bedauert den stetigen Rückgang. „Mein Vater betrieb früher die Metzgerei und ehemalige Gastwirtschaft ,Löwen‘ in Knittlingen. Es war der Vorgänger der heutigen Metzgerei Dobler, deshalb schaue ich dienstags immmer in Pforzheim hier vorbei. Aber von mir allein können die Marktleute nicht überleben“, sagt er.

Haller hält das kostspielige Parken in Pforzheim für einen Hauptgrund, warum Kunden ausbleiben. Seine Beobachtung: lediglich der Imbiss der Metzgerei Schaudt aus Pforzheim mit ihrem preisgünstigen Schnitzelweck mache ein besseres Geschäft, weil dadurch Geschäftsleute und Berufsschüler in der Mittagszeit angelockt würden. Anna Wagner von der Metzgerei Schaudt bestätigt, dass sie mit dem Standort ganz zufrieden sei.

Auch Mimi Bucher vom Käsestand Negele klagt nicht: „Bei uns ist höchstens am stand alles Käse. Wir kämpfen weiter“, sagt sie auch wenn sie mehr Laufkundschaft an diesem Standort erwartet hätte. Wahrscheinlich liege es an dem Dienstagstermin. Dieser Tag sei auch auf dem Pfälzerplatz nicht gut gewesen.

„Ich hätte mir mehr erhofft, aber ich kämpfe weiter“, sagt Claudia Rempp von der Gärtnerei „Hüttler“. Zufrieden äußert sich Filiz Gürbüz vom Obst- und Gemüsestand. Sie könne nicht klagen, auch wenn sie bedauere, dass der Marmelademann aus Ludwigsburg oder der Biomann aus Bruchsal nicht mehr nach Pforzheim kämen, denn sie hätten den Standort bereichert. Sie sei mittwochs und samstags auf dem Turnplatz, diestags auf dem Marktplatz und freitags auf dem Pfläzerplatz – und an allen drei Standorten laufe es zufriedenstellend.

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