nach oben
Blick auf das Podium mit Sozialbürgermeisterin Monika Müller, dem Wissenschaftler Jan-Ocko Heurer, Moderatorin Daniela Harsch, der SPD-Parlamentarierin Katja Mast sowie dem Wissenschaftler Sasa Bosancic (von links). Foto: Gredel
Blick auf das Podium mit Sozialbürgermeisterin Monika Müller, dem Wissenschaftler Jan-Ocko Heurer, Moderatorin Daniela Harsch, der SPD-Parlamentarierin Katja Mast sowie dem Wissenschaftler Sasa Bosancic (von links). Foto: Gredel
16.09.2016

Diskussion über soziale Ungleichheit im Reuchlinhaus

Pforzheim. Dass die soziale Ungleichheit in Deutschland ein zentrales politisches Thema ist, hat die Veranstaltung „Ungleichheit als Gefahr für Demokratie und Wohlstand“ der Friedrich-Ebert-Stiftung im Reuchlinhaus gezeigt.

Bei der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung ging es um drei verschiedene Studien im Rahmen der Stiftung rund um das Thema soziale Ungleichheit. Mit Experten aus dem Bereich der Wissenschaft, wie den Leitern der Studien, Jan-Ocko Heurer von der Humboldt-Universität Berlin und Sasa Bosancic von der Uni Augsburg, erhielt das Publikum im Anschluss an die Präsentationen in einer offenen Diskussionsrunde die Chance, politische Handlungsoptionen gemeinsam zu besprechen und einzuordnen.

Eine große Mehrheit der Bevölkerung ist der Ansicht, dass die soziale Ungleichheit in Deutschland zu groß ist und langfristig der wirtschaftlichen Entwicklung schadet – so lautete das Ergebnis der Bevölkerungsbefragung „Zukunft des Wohlfahrtsstaates“ im Auftrag der Stiftung. „Deutschland ist das Land mit der zweitgrößten Vermögensungleichheit in Europa“, erklärte Heurer. Politische Maßnahmen zur Verringerung von Ungleichheit erhalten eine hohe Zustimmung.

Als einige Stellschrauben gegen die Armut gelten der Mindestlohn, Vermögens- und Erbschaftssteuer, Bildungsinvestitionen und Vermögensumverteilung. Doch warum tut sich nichts? „Die Bevölkerung unterstützt die Ungleichheitsreduzierung nicht zwangsläufig, es werden keine kollektiven Lösungen gesucht“, so Heurer. Auch Sasa Bosancic stimmte zu: „Das Problem liegt in den Massenmedien, der Gesellschaft und der Politik. Die Arbeitslosen werden stigmatisiert. Armutssensibilisierung und Akzeptanz müssen erhöht werden.“ Im Publikum kam der Wunsch nach mehr Unterstützung für Alleinerziehende, Kinder und Rentner auf. Auch Themen wie die Angst um das Abrutschen der Mittelschicht sowie der überteuerte Immobilienmarkt wurden thematisiert.

„Es passt, das Thema Ungleichheit in Pforzheim anzusprechen. Wir können sie nur gemeinsam beseitigen. Sie ist eine Gefahr für die Demokratie, auch hier vor Ort“, sagte Sozialbürgermeisterin Monika Müller. „Wir haben viele Konzepte, aber ein schwieriger Punkt ist auch die politische Durchsetzbarkeit,“ so SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast.