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Passender Ort: Im Autozentrum Walter tauschen sich Stefan Kaufmann, Philipp Dörflinger, Oliver Gutt, Marius Müller und Felix Walter (von links) aus.  Foto: Roller 

Diskussion um neue Technologie nimmt Fahrt auf - Dörflinger über Mobilität der Zukunft

Pforzheim. Neue Antriebsformen, neue Kraftstoffe, ein gesteigertes Umweltbewusstsein und eine junge Generation, für die ein eigenes Auto längst nicht mehr zu den vordringlichsten Wünschen gehört: Die Mobilität ist im Wandel und wird in einigen Jahren vermutlich vollkommen anders aussehen als jetzt. „Wir erreichen unsere Klimaschutzziele nicht ohne Wasserstoff“, sagt Stefan Kaufmann. Der Stuttgarter CDU-Politiker ist im Bundestag für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung tätig und Innovationsbeauftragter für grünen Wasserstoff der Bundesregierung. Am Freitagabend diskutiert er bei einem von Marius Müller moderierten Gespräch mit dem CDU-Landtagskandidaten Philipp Dörflinger und Oliver Gutt, der beim Autobauer Hyundai für Produktstrategie und -management zuständig ist.

Als Veranstaltungsort hatte man sich das Autozentrum Walter ausgesucht, zu dem das Thema „Neue Mobilität“ laut Juniorchef Felix Walter „wie die Faust aufs Auge“ passt: „Wir beschäftigen uns eigentlich permanent damit.“ Im Showroom steht ein Hyundai Nexo: ein Auto, das mit Wasserstoff fährt – laut Hersteller mehr als 750 Kilometer weit mit einer Tankfüllung. Bei Hyundai forscht man laut Gutt schon seit mehr als 20 Jahren zum Thema Wasserstoff. Aktuell sei die Batterie bei der Großserienfertigung zwar noch einen Schritt vor der Wasserstofftechnologie, weil man zu einem günstigeren Satz Batterien produzieren könne. Die Technologie im Wasserstoffbereich sei ein bisschen arbeits- und entwicklungsintensiver, die Fertigung der Brennstoffzelle müsse noch „großindustrialisiert“ werden. Aber: „Wir sind auf einem sehr guten Weg, die Produktionskapazität auszuweiten.“ Gutt begrüßt ausdrücklich die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung. Kaufmann verweist hier auf die insgesamt neun Milliarden Euro, die die Regierung für die Förderung von Wasserstofftechnologien im Inland und für internationale Partnerschaften zur Verfügung stellt. Das Ziel: Den Energieträger marktfähig machen. Kaufmann betont, wie wichtig es ist, bei alternativen Antriebsformen auch den Ausbildungsbereich in den Blick zu nehmen. Zudem sind Digitalisierung und Dekarbonisierung für ihn die zentralen Schlagworte.

Auch Dörflinger hat die Zukunft im Blick: Digitalisierung ist für ihn nicht nur eine Frage der Infrastruktur, sondern auch des „Mindsets“. Sein Eindruck: Viele Menschen haben ein bisschen Angst davor. Daher sei es wichtig, dass die mit den neuen Technologien aufgewachsene Generation die anderen mitnehme. Dörflinger hält es für wichtig, technologieoffen und innovationsfreundlich zu sein. Der Landtagskandidat ist überzeugt: Klimaschutz und Wirtschaftsförderung müssen miteinander einhergehen.