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Eine runde Sache für alle Beteiligten: Der Vorstand des Arbeiterbildungsvereins – Peter Rohm, Helmut Krämer, Margot Kugele, Ursula Rohm und die Vorsitzende Edda Britsch – überreichte dem Team vom Haus der Jugend mit Geschäftsführer Hartmut Wagner, Pedro Treig Garcia, Sarah Kieß und Alison Bussey (von links) eine Großspende von 10.000 Euro.   Foto: Ketterl
Eine runde Sache für alle Beteiligten: Der Vorstand des Arbeiterbildungsvereins – Peter Rohm, Helmut Krämer, Margot Kugele, Ursula Rohm und die Vorsitzende Edda Britsch – überreichte dem Team vom Haus der Jugend mit Geschäftsführer Hartmut Wagner, Pedro Treig Garcia, Sarah Kieß und Alison Bussey (von links) eine Großspende von 10.000 Euro. Foto: Ketterl
27.10.2015

Doppelte Freude im Haus der Jugend

Hartmut Wagner ist bester Stimmung. Denn der Geschäftsführer des Stadtjugendrings hat gleich zwei frohe Botschaften zu verkünden. Zum einen kann er für die traditionsreiche Jugendeinrichtung am Benckiserpark eine Großspende in Höhe von 10.000 Euro vom Arbeiterbildungsverein entgegennehmen, die in mehrere Projekte der pädagogischen Jugendarbeit einfließen soll. Zum anderen „hat gestern der neue Leiter seinen Vertrag unterschrieben“, wie Wagner sichtlich erfreut berichtet. Der Belgier Bart Dewijze wird Nachfolger von Martin Wetzel, der im September das Haus der Jugend nach 15 Jahren verlassen hatte.

Dewijze leitet noch bis Jahresende das Jugendhaus in Waldshut. Die Stelle in Pforzheims ältestem Jugendhaus – 1949 von den Amerikanern als Haus der Demokratie errichtet – tritt er am 4. Januar an. Dewijze lebt seit 2006 in Deutschland und ist seit sieben Jahren als ausgebildeter Freizeit-, Kultur- und Sozialagoge tätig. „Ich freue mich schon sehr auf meine neue Aufgabe“, sagt der 41-Jährige im PZ-Gespräch. Pforzheim und die Umgebung kennt er bereits bestens: Seine Frau kommt aus Enzberg. Auch die ab Dezember frei werdende Stelle durch den Weggang einer Erzieherin stehe kurz vor ihrer Neubesetzung, berichtet Wagner. Noch diese Woche stünde das Bewerbungsgespräch mit einer Sozialpädagogin an. „Wir sind sehr erleichtert darüber, denn Sozialpädagogen werden in allen Städten händeringend gesucht, der Markt ist nahezu leergefegt.“

In dieser Phase des Neuanfangs des Hauses der Jugend sei die Spende des Arbeiterbildungsvereins ein wahrer Segen, freut sich Wagner. „Ich war platt, als ich erfuhr, um welche Summe es dabei geht“, erzählt der Geschäftsführer lachend. Das hört Edda Britsch natürlich gerne. Die Vorsitzende des traditionsreichen Arbeiterbildungsvereins in der Goldstadt – er wurde 1862 gegründet – überreichte die Spende gestern zusammen mit Mitgliedern des Vorstands im Haus der Jugend. „Wir freuen uns, dass wir helfen können“, sagt Britsch. „Schließlich kennen einige von uns diese Institution noch aus ihrer eigenen Jugend“, erzählt sie.

Die 10 000 Euro stammen aus dem Verkaufserlös des Vereinsheims an der Klingstraße vor vier Jahren, erläutert Britsch die Großspende. Zwei weitere stehen in diesem Jahr noch aus, dann hat der Verein den Großteil des Verkaufserlöses – insgesamt 90 000 Euro – an karitative Einrichtungen verteilt, so Britsch. In den finanziellen Genuss kamen vor allem Institutionen in Pforzheim und dem Enzkreis.

Die Vereinsmitglieder haben inzwischen bei den Gartenfreunden Buckenberg „Asyl“ bekommen, wie Britsch erzählt. Hier trifft man sich jeden Dienstag zum Stammtisch. Auch sonst ist der Verein, der 68 Mitglieder zählt, recht rührig. „Neben den wöchentlichen Treffen organisieren wir einmal im Monat einen Vortragsabend zu einem Thema, dass vor allem für ältere Menschen relevant ist“, so Britsch. Auch regelmäßige Wanderungen, Theaterbesuche, Besichtigungen aller Art und Kulturfahrten stehen auf dem Programm des Arbeiterbildungsvereins, der – allen derzeitigen Gerüchten zum Trotz – definitiv bestehen bleibt. Britsch: „Wir lösen uns ganz gewiss nicht auf, wir werden – demografisch bedingt – nur kleiner.“