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Auch ein Polizeihund musste bei der Schlägerei auf dem Pforzheimer Weihnachtsmarkt eingreifen.

Drängelnde Jugendliche provozieren Schlägerei auf Weihnachtsmarkt

Pforzheim. Adventsstimmung geht anders. Eine handfeste und auch bewaffnet ausgetragene Auseinandersetzung auf dem Weihnachtsmarkt in Pforzheim, bei der mehrere Personen verletzt wurden, hat am Freitagabend für reichlich Blaulicht beim Marktplatz gesorgt. Und das alles nur, weil zwei Jugendliche sich in eine Warteschlange vor einem Essensstand drängeln wollten.

Ersten Ermittlungen zufolge standen gegen 21 Uhr zwei Mütter mit ihren drei Kindern vor einem Essensstand. Als sich ein 16-Jähriger mit seinem 13 Jahre alten Bruder vordrängte, wurden sie von den Frauen angesprochen. Die Jugendlichen sollen sofort mit Beleidigungen reagiert haben. Daraufhin mischte sich der Begleiter der Frauen ein. Die Brüder gingen dann direkt auf den 42-jährigen Marokkaner los, weshalb zwei weitere Weihnachtsmarktbesucher tunesischer Abstammung im Alter von 38 und 40 Jahren in schlichtender Absicht dazwischen gingen.

Aus Angst um seine beiden Söhne bewaffnete sich der telefonisch von einem Sohn alarmierte Vater der Jungen, ein 38 Jahre alter Mann aus dem ehemaligen Jugoslawien, scheinbar unterwegs mit einer Holzlatte, um seinen Buben zu Hilfe zu eilen. Gemeinsam mit ihnen ging er auf die drei Männer los.

Nach bisherigem Kenntnisstand schlug der Vater mit der mitgeführten Holzlatte dem Marokkaner auf den Hinterkopf sowie einem der Tunesier ins Gesicht. Auch einer der Söhne hatte sich plötzlich von irgendwo her eine Holzlatte beschafft und schlug damit um sich. Die Tunesier zogen daraufhin ihre Gürtel aus den Hosen, um sich mit deren Einsatz gegen die Angreifer zu wehren.

Erst durch das Eingreifen von fünf Streifenwagenbesatzungen und einem Polizeihundeführer konnten die Parteien getrennt werden. Die mit Platzwunden und Prellungen verletzten Personen wurden mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus verbracht oder begaben sich zum Teil selbst dorthin. Das Polizeirevier Pforzheim-Nord ermittelt gegen die Beteiligten wegen gefährlicher Körperverletzung.