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Kater Moony hatte starke Verletzungen durch Messerstiche und einen Wurf aus dem Fenster erlitten. Foto: Privat
Kater Moony hatte starke Verletzungen durch Messerstiche und einen Wurf aus dem Fenster erlitten. Foto: Privat
15.08.2018

Drama um Kater Moony: 27-Jähriger wird nach Tötung seiner Katze freigesprochen

Pforzheim. Arbeitslosigkeit, fehlende Freunde und jahrelanger Drogenmissbrauch seines Besitzers kosteten Kater Moony am Ende das Leben. Im April vergangenen Jahres stach sein Besitzer mehrfach mit einem 17 Zentimeter langen Küchenmesser auf das Tier ein und warf es anschließend aus einem Fenster des vierten Stocks seines Wohnenhauses an der Kaiser-Friedrich-Straße. Wenige Tage später musste Moony eingeschläfert werden. Am Mittwoch wurde der 27-jährige Deutsche vor dem Pforzheimer Gericht vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz freigesprochen.

Drogen lösten Paranoia aus

Denn der Mann, der zum Tatzeitpunkt schon monatelang arbeitslos war und seit Jahren täglich mehrere Joints rauchte sowie Amphetamine konsumierte, war laut einem fachärztlichen Gutachten des Klinikums Nordschwarzwald, das vom dortigen Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie Gunther Essinger vorgestellt wurde, „erheblich“ in seiner Schuldfähigkeit eingeschränkt.

Der Angeklagte war direkt nach der Tat nach Hirsau gebracht worden. Nach einem kurzen stationären Aufenthalt in der geschlossenen Abteilung begann er unter Anleitung der Ärzte mit der Drogenentwöhnung. Erst dort sei ihm klargeworden, was in der Tat vorangegangenen Zeit passiert sei, wie der Mann vor Gericht erklärte. Schon Monate zuvor habe er diffuse Stimmen gehört. Die hätten ihm zwar nicht den Befehl zur Tötung seines Katers gegeben, jedoch dazu geführt, dass er selbst keinen klaren Gedanken mehr hätte fassen können. „Es hat einen Knacks gelassen und ich war nicht mehr ich selbst“, erklärte der 27-Jährige, der inzwischen wieder arbeitet und ab dem 1. September eine Ausbildung beginnt. Beim Spielen mit seinem Kater sei er von diesem immer wieder gekratzt worden und habe rote Punkte um die Kratzer festgestellt. „Ich hatte Angst vor einer Infektion“, so der Angeklagte. Er habe sich von seinem Kater zunehmend bedroht gefühlt.

Seine Mutter und seine Verlobte, mit der der 27-Jährige ein gemeinsames Kind hat, wurden für das Gutachten ebenfalls befragt und bestätigten, dass sich der Angeklagte schon vor der Tat stark verändert habe.

Sieben Jahre keine Haustiere

Durch seinen langjährigen Drogenmissbrauch habe sich bei dem Angeklagten eine psychotisch-paranoide Symptomatik entwickelt, wie der Chefarzt erklärte. In seinem Erklärungswahn für die Verschlechterung seines Zustands habe er seine Ängste auf den Kater projiziert. Dieser Zustand sei aber allein durch die Drogen herbeigeführt worden, wie sich durch den Entzug und die Verabreichung von angstlösenden Medikamenten gezeigt habe. Da dem Angeklagten direkt nach der Tat bewusst gewesen sei, dass sein Verhalten falsch war, könne laut Essinger zwar kein vollständiges Fehlen der Schuldigfähigkeit attestiert werden. Auszuschließen sei es aber nicht. Aufgrund seiner positiven Prognose – der 27-Jährige gab an, seit 18 Monaten keine Drogen mehr genommen zu haben und sein Leben mit Job und Familie „in die richtige Bahn“ lenken zu wollen – forderte die Staatsanwaltschaft vier Monate auf Bewährung. Der Verteidiger plädierte wegen der Zweifel an der Schuldfähigkeit für Freispruch – dem der Amtsrichter Patrick Stemler entsprach.

Das Ordnungsamt hatte dem Deutschen schon zuvor das Halten von Haustieren für die kommenden sieben Jahre verboten. Für die Behandlungskosten von Fluffy, alias Moony, in Höhe von rund 1000 Euro muss der 27-Jährige ebenfalls aufkommen.

Anmerkung der Redaktion: Ursprünglich hieß der Kater Fluffy, wurde aber später vom Tierheim, das ihn nach der Tat aufnahm und versuchte sein Leben zu retten, in Moony umgetauft.

Die Vorgeschichte:

Aus dem vierten Stock geworfen: Kater Moony hat nicht überlebt

Nach Wurf aus Fenster: Tierheim versorgt schwer misshandelten Kater "Moony"

Psychisch Kranker: Katze mit Messer verletzt und aus Fenster geworfen

PF-West
15.08.2018
Drama um Kater Moony: 27-Jähriger wird nach Tötung seiner Katze freigesprochen

Mal ists der Alkohol, dann die Drogen oder ne scheiß Kindheit, Abreitslosigkeit oder die eingereichte Scheidung der Ehefrau, hauptsache man selbst muss keine Verantwortung für sein eigenes Handeln übernehmen. Wenn man mal ehrlich ist hat jeder irgendwann mal eine scheiß Zeit im Leben oder wird ungerecht behandelt aber das ständig als Erklärung für alles zu nehmen, ist unverständlich. Das nächste Mal fliegt dann ein Baby ausm Fenster dann ists Geschrei wieder groß, ja es ist eine Katze gestorben ...... mehr...

Testy
15.08.2018
Drama um Kater Moony: 27-Jähriger wird nach Tötung seiner Katze freigesprochen

Man lässt einfach immer zu viele Entschuldigungen gelten. Wie hoft hieß es schon wenn ein Ausländer einmal mehr seine Schwester hier in Deutschland umgebracht hat, "andere Kultur bla bla bla" usw., wie PF-West schon schreibt. Die Strafe müsste bei Alkohol und Drogen gerade noch erhöht werden. Das mit dem Tierwohl ist schon okay, aber das überlastete Gerichte sich mit so einem Minifall beschäftigen und bei Straftaten, gerade Körperverletzung, dass Strafverfahren ziegfach "wegen ...... mehr...

Calwer
15.08.2018
Drama um Kater Moony: 27-Jähriger wird nach Tötung seiner Katze freigesprochen

Es ist schon erstaunlich, sobald es um Straftaten geht werden die Kreaturen nicht mehr als " volljährig " behandelt. Es wird für alles ein Grund genannt ( Alkohol, Drogen, Kindheit etc. ) und schon ist man alle Sorgen los. Es gibt viele Menschen die trotz Alkohol, Drogen, schlechte Kindheit etc. keine Straftaten begehen ! Ist nur nicht bei den unterbelichteten angekommen die permanent alles tun um die Täter als Opfer darzustellen. Deutschland benötigt keine Feinde, wir haben ja Richter und ...... mehr...

Schaumschläger
16.08.2018
Drama um Kater Moony: 27-Jähriger wird nach Tötung seiner Katze freigesprochen

Kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen ... deutsche "Recht"sprechung ... unglaublich, da fehlen dir die Worte ... mehr...