nach oben
Bernd Gögel
Bernd Gögel
Die Grüne Stefanie Seemann freut sich auf den Landtag. Fotos: Lutz/Ketterl/Archiv
Die Grüne Stefanie Seemann freut sich auf den Landtag. Fotos: Lutz/Ketterl/Archiv
Erik Schweickert
Erik Schweickert
15.03.2016

Dreifacher Neustart für Vertreter im Landtag aus dem Enzkreis

Der Enzkreis hat künftig drei Vertreter im Landtag – alle neue Gesichter. Die Blicke richten sich auf Stefanie Seemann, Bernd Gögel und Erik Schweickert.

Wenige Stunden nach ihrem Sieg im Wahlkreis Enz am Sonntagabend bekommt Stefanie Seemann bereits einen ersten Eindruck davon, was die Arbeit als Abgeordnete im Landtag Baden-Württembergs bedeutet. „Ich habe den ganzen Morgen damit zugebracht, Mails zu beantworten, Telefonate zu führen und mich vorzubereiten auf das, was kommt“, erzählt die 56-Jährige am Nachmittag im Gespräch mit der PZ.

Bereits am Dienstag trifft sie sich in Stuttgart zum ersten Mal mit der Fraktion, am Donnerstag dann das nächste Treffen. Zudem stehen Besuche in jeder Enzkreis-Kommune sowie in wichtigen Institutionen an. Ihren Vertrag am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Karlsruhe, wo sie bislang gearbeitet hat, wird sie nicht verlängern – im Gemeinderat in Mühlacker will sie vorerst jedoch bleiben.

Die Grüne ist eine von drei Abgeordneten, die künftig die Verbindung des Enzkreises in den Landtag verkörpern. Auch die beiden anderen sind Neulinge: AfD-Mann Bernd Gögel, der mit einem 19,2-Prozent-Ergebnis im Rücken einzieht, und FDP-Mann Erik Schweickert. Der freilich ist zwar neu im Landtag, hat die Region aber bereits als Bundestagsabgeordneter vertreten.

Hoffen auf Verlässlichkeit

Landrat Karl Röckinger, der Schweickert und Seemann gut kennt, freut sich, dass der Enzkreis die Chance hat, ein Mitglied einer Regierungsfraktion als Ansprechpartner zu erhalten. Zuletzt war das nicht der Fall gewesen. Zu spüren bekommen habe man das bei der Polizeireform, als Pforzheim und Enzkreis die Polizeispitze eingebüßt hätten. Auf der anderen Seite könne man nicht sagen, die amtierende Landesregierung habe nichts für die Landkreise getan. Röckinger setzt darauf, dass auch eine künftige Regierung ein verlässlicher Partner sei: „Wir vertrauen jetzt darauf, dass die Zusagen, den Kommunen die immensen Kosten der Flüchtlingshilfe zu ersetzen, auch in Zukunft gelten.“

Die künftigen Abgeordneten sind nun erst einmal mit ihrem persönlichen Start befasst. Gögel will etwa abwarten, wer mit wem in Ausschüssen zusammenarbeitet und dann schauen, „wo die Dinge sind, die für den Kreis wichtig sind.“ Am Mittwoch gehe es zunächst darum, die künftige AfD-Fraktion zu konstituieren. Zu den Enzkreis-Kollegen gebe es noch keine persönliche Berührungspunkte. Stefanie Seemann betont eines: Um für den Enzkreis gute Ergebnisse zu erzielen, möchte die Soziologin mit dem Nieferner Erik Schweickert zusammenarbeiten. Zu Bernd Gögel dagegen sucht sie die Distanz. „Zumindest so lange, bis die AfD grundlegend ihre Politik ändert“, so Seemann.

Erik Schweickert wäre beinahe in einer ungewöhnlichen Situation gelandet. 0,2 Prozentpunkte mehr im Enzkreis – und der ursprüngliche Ersatzbewerber Schweickert wäre als Enzkreis-Bürger für Pforzheim in den Landtag eingezogen. Und der Pforzheimer Hans-Ulrich Rülke hätte – wie in den vergangenen fünf Jahren – den Enzkreis vertreten.