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Der neue Cheftrainer des Karlsruher SC, Marc-Patrick Meister (rechts), und KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer haben den Wiederaufstieg des KSC im Visier.
Der neue Cheftrainer des Karlsruher SC, Marc-Patrick Meister (rechts), und KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer haben den Wiederaufstieg des KSC im Visier. © dpa
18.07.2017

Drittliga-Start: Karlsruher SC will mit Routine zurück in Liga zwei

Karlsruhe. Der Karlsruher SC setzt beim Weg zurück in die Zukunft vorerst auf die Vergangenheit. Nach dem Drittliga-Abstieg peilen die Badener trotz des Verlustes zahlreicher Talente und eines enormen Umbruchs den direkten Wiederaufstieg an. So wie es ihnen bereits nach dem Abstieg 2012 gelang.

Insgesamt war der Karlsruher SC an mehr als zehn Prozent aller bis Montagabend getätigten 435 Transfers beteiligt: 28 Fußballer verließen den Wildpark, vornehmlich blieben sie in der 2. Bundesliga oder wechselten zu ausländischen Erstligisten. Innenverteidiger Bjarne Thoelke versucht sich sogar bei Bundesligist Hamburger SV. Neben den 34-jährigen Recken Dirk Orlishausen und Martin Stoll blieb nur eine Handvoll Talente.

Und während alle anderen Drittligisten zu zwei Dritteln auf junge Neuzugänge unter 23 Jahren vertrauen, verpflichtete die KSC-Führung um Sportdirektor Oliver Kreuzer und Trainer Marc-Patrick Meister als Ersatz vor allen Routiniers: Mit David Pisot (Würzburger Kickers), Dominik Stroh-Engel (Darmstadt 98), Daniel Gordon (SV Sandhausen), Andreas Hofmann (Greuther Fürth) und Kai Bülow (1860 München) wechselten gleich fünf Spieler über 30 Jahre in den Wildpark, die zuletzt höherklassig aktiv waren. Zudem kehrt Drittliga-Rekordtorschütze Anton Fink, 29 Jahre alt, nach fünfeinhalb Jahren beim Chemnitzer FC nach Karlsruhe zurück. Passenderweise bilden die erfahrenen Neuen zusammen mit Orlishausen und Stoll den Mannschaftsrat.

Neben Karlsruhe, das sich gleich im Auftaktspiel am Freitag (20.30 Uhr/live bei Telekom Sport) gegen den VfL Osnabrück bewähren darf, sticht Mitabsteiger Würzburger Kickers hervor. Die Unterfranken mussten ebenfalls eine größtenteils neue Mannschaft aufbauen, setzen dabei aber bis auf die beiden von Arminia Bielefeld gekommenen Wolfgang Hesl und Sebastian Schuppan vor allen auf Leistungsträger anderer Drittligisten.

Abseits der beiden Absteiger blieben große Transfer-Offensiven wie bereits in den Vorjahren aus. Der 1. FC Magdeburg, in der Vorsaison nur knapp an der Aufstiegsrelegation gescheitert, ließ immerhin mit der Verpflichtung von Andreas Ludwig aufhorchen, der zuletzt zwei Jahre in der niederländischen Eredivisie beim FC Utrecht spielte. Mit Dennis Erdmann (Hansa Rostock) und Philip Türpitz (Chemnitzer FC) konnte sich Magdeburg mit weiteren potenziellen Leistungsträgern verstärken, während Rostock und Chemnitz auch aus finanziellen Gründen einen deutlichen Aderlass verkraften müssen.

Die drei Aufsteiger FC Carl Zeiss Jena, SV Meppen und SpVgg Unterhaching setzen vornehmlich auf ihre eingespielten Mannschaften. So hieß Unterhachings Trainer Claus Schromm neben ein paar aufrückenden Nachwuchsspielern nur zwei wirkliche Neuzugänge willkommen. Und Meppen, das auf auffallend viele junge Talente setzt, gab mit sechs Spielern die wenigsten aller Drittligisten ab.

Insgesamt stehen bislang 209 Zu- und 226 Abgänge fest. Das Transferfenster schließt allerdings erst am 31. August, so dass die Drittligisten noch mehr als sechs Wochen Zeit haben, um auch abhängig von dem Saisonstart noch personell nachzubessern.