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Drogendealern drohen hohe Haftstrafen.
Drogendealern drohen hohe Haftstrafen © Symbolbild: dpa
06.02.2013

Drogendealern drohen hohe Haftstrafen

Wegen Drogenhandels muss sich ein Quintett – bestehend aus drei Männern und zwei Frauen – vor der Auswärtigen Strafkammer verantworten. Alle fünf Angeklagten wurden aus der Untersuchungshaft vorgeführt.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, sich seit Ende 2011 zu einer Bande zusammen getan und sich Heroin und Kokain beschafft zu haben. Selbiges sollen sie an zahlreiche Abnehmer in Pforzheim und im Enzkreis verkauft haben. Zu diesem Zweck seien Depots in zwei Wohnungen in Pforzheim sowie in einem Waldstück angelegt worden, so Staatsanwalt Marco Mayer. Bis die Polizei im August 2012 zugriff, soll das Quintett 222 Gramm Kokain und 424 Gramm Heroin „vertickt“ haben.

Ein Teil der Gewinne aus den Rauschgiftverkäufen in Höhe von 10 800 Euro soll nach Serbien transferiert worden sein. Die Tatbeiträge der einzelnen Angeklagten scheinen jeweils sehr unterschiedlich zu sein, das wurde während des ersten Verhandlungstages klar. So scheinen der 44 Jahre alte Goran Z. (alle Namen geändert) und sein 35 Jahre alter Cousin Ivo P. die Führungsebene der Bande gewesen zu sein. Sie sollen nicht nur Drogen verkauft, sondern vor allem auch für den Nachschub gesorgt haben. Milan T. (41) und seine Freundin Nadja S. (35) sollen den Stoff an verschiedenen Abnehmer verkauft haben. Eher am Rand des Geschehens soll sich Natascha K. (40) bewegt haben. Sie hatte die Geldüberweisungen nach Serbien vorgenommen. Allerdings, so betonte ihr Lebensgefährte Goran Z. im Gerichtssaal, ohne zu wissen, dass es sich hierbei um Geld aus Drogengeschäften handelte. Das Paar hat vier Kinder, die aufgrund der Inhaftierung ihrer Eltern derzeit von Verwandten betreut werden.

Dementsprechend unterschiedlich wie die Tatbeiträge könnten am Ende auch die ins Auge gefassten Strafen ausfallen – diese reichen von über 5 Jahren Gefängnis bis zu einer Bewährungsstrafe. Zu Beginn des Prozesses war es zu einer Verständigung zwischen den Verfahrensbeteiligten bezüglich der Strafrahmen gekommen. Bedingung hierfür war, dass die Angeklagten Geständnisse ablegen, was sie dann auch mittels ihrer Anwälte taten.

Aufgrund der Geständnisse wird das auf fünf Verhandlungstage angesetzte Verfahren deutlich schneller zu Ende gebracht werden können. Auf die meisten der geladenen Zeugen konnte verzichtet werden. Das Urteil wird voraussichtlich bereits am 18. Februar fallen – die Verhandlung beginnt um 9 Uhr. Rainer Würth