nach oben
Bislang verzeichnete das Gesundheitsamt Pforzheim-Enzkreis zwei EHEC-Fälle in diesem Jahr. Das ist aber durchaus ein normaler Schnitt.
Bislang verzeichnete das Gesundheitsamt Pforzheim-Enzkreis zwei EHEC-Fälle in diesem Jahr. Das ist aber durchaus ein normaler Schnitt. © dpa
27.05.2011

EHEC: 58-jährige Pfälzerin in Lebensgefahr

PFORZHEIM/ENZKREIS. EHEC-Keime? Vor wenigen Tagen wusste niemand damit etwas anzufangen, jetzt redet ganz Deutschland darüber. "Wir hatten dieses Jahr nur zwei Fälle, das ist das normale Geschehen", sagt Dr. Roswitha Kull, Leiterin des Gesundheitsamtes Pforzheim- Enzkreis. Dennoch wird die Lage vom Gesundheitsamt aus genaustens beobachtet, denn der Keim ist gefährlich, die Zahl der Todesfälle lässt aufhorchen.

Alles nur ein Medien-Hype? Die Zahl der bestätigten Erkrankungen nicht nur im Norden der Bundesrepublik ist alarmierend. Deutschland erlebt den stärksten je registrierten EHEC-Ausbruch. Rasend schnell verbreitet sich der Erreger. Es gibt in einer Woche mehr Erkrankte, als sonst in einem Jahr. Und: Der EHEC-Keim ist gefährlich.

"Der EHEC-Keim, der gerade in Norddeutschland wütet, scheint eine Veränderung durchgemacht zu haben, es haben sich Resistenzen gebildet gegen gewisse Antibiotika", erklärt Dr. Arnd Goppelsröder, Biologe im Enzkreis-Gesundheitsamt. Ansonsten sei kein Unterschied zu normalen EHEC-Keimen erkennbar, was die Erkrankung angehe.

Bislang scheinen Pforzheim und der Enzkreis nicht besonders betroffen zu sein. In Karlsruhe allerdings gibt es schon drei schwere Fälle mit HUS-Syndrom. Die Patienten sollen zuvor Kontake in Norddeutschland gehabt haben. Eine 58-jährige Pfälzerin, die in Karlsruhe behandelt wird, schwebt mittlerweile in Lebensgefahr.

Eine Ansteckung mit den Keimen zeigt sich mit blutigem Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist nach Angaben von Dr. Roswitha Kull möglich. Deshalb sollte Hygiene gehalten werden: Beim Zubereiten von Speisen kein Holzschneidebrett verwenden, denn in den Spalten können sich Keime festsetzen. Besser: Ein Schneidebrett aus Glas verwenden. Außerdem sollten Hände gut mit Seife gewaschen werden, um keine Keime weiterzugeben.

Da der EHEC-Keim in verunreinigten Salatgurken aus Spanien nachgewiesen wurde, sollte man beim Verzehr von Gemüse vorsichtig sein uind im Handel oder auf dem Markt nachfragen, wo die Lebensmittel angebaut wurden. Der Verzehr von regionalem Gemüse ist, wenn es gewaschen wurde, unbedenklich. Stefanie Reinhardt

Leserkommentare (0)