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Auch mit Spürhunden fahndete die Polizei nach der Messerattacke in der Kindertagesstätte am Schloßberg nach dem Täter. Foto: Seibel/PZ-Archiv

Ehefrau brutal getötet: Mutmaßlicher Mörder schweigt

Pforzheim. Mit 29 Messerstichen soll ein 54 Jahre alter Mann seine Ehefrau in Pforzheim getötet haben. Am Freitag stand er wegen Mordes in Karlsruhe vor Gericht.

Blutiges Familiendrama in Kindergarten am Schloßberg
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Frau am Schloßberg niedergestochen: Prozess hat begonnen

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Großer Polizeieinsatz am Schloßberg - Mann soll auf Frau eingestochen haben

Würde Eduard G. (Name geändert) endlich etwas sagen – zu dem Vorwurf, er habe seine Ehefrau niedergestochen? Aus Heimtücke, wie es ihm die Anklageschrift vorwirft. Und vor allem: Warum er getan hat, was ihm Oberstaatsanwältin Gabi Gugau im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Karlsruhe zu Beginn des ersten Prozesstags vorhält? Dass er die Bluttat, an deren Ende das Auslöschen eines Menschenlebens stand, begangen habe, weil sich seine Frau von ihm getrennt habe. Würde Leonhard Schmidt, der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer, verkünden, es habe im Vorfeld eine Absprache zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung gegeben?

Nichts dergleichen.

Im Oktober 1963 in Tadschikistan geboren, deutscher Staatsbürger wie seine spätere Ehefrau, bis zu seiner Verhaftung in Keltern wohnhaft, gelernter Schlosser und Schweißer – das war’s. Und viel mehr wird auch am zweiten Prozesstag nicht zu erwarten sein. Für den 4. Dezember hat Eduard G.s Verteidiger Bastian Meyer (Pforzheim) eine Erklärung namens seines Mandanten angekündigt, der vorerst von seinem Schweigerecht Gebrauch machen will, ehe die ersten Zeugen gehört werden.

So bleibt es am ersten Verhandlungstag bei der Verlesung der Anklage: Eduard G. soll, nachdem er mehrmals im Vorfeld gedroht habe, seine Frau umzubringen, weil sie ihn verlassen hatte, mit dem Tatwerkzeug vor der Arbeitsstelle seiner Frau aufgekreuzt sein: einem Messer mit zehn Zentimeter langer Klinge.

29-mal zugestochen

Es ist 14.30 Uhr am unteren Schloßberg. Maria G. verlässt an diesem 17. Mai den evangelischen Kindergarten, wo sie als Erzieherin arbeitet. Sie erblickt ihren Mann, dreht sich um und versucht, sich in die Kita zu flüchten. Eduard G., so Gugau, soll ihr nachgehastet sein und im Eingangsbereich des Kindergartens auf seine Frau eingestochen haben – insgesamt 29-mal, vor allem in den Brustkorb und den Rücken. Kolleginnen eilten herbei, der Täter flüchtete, entkam zunächst. Schnell war klar, um wen es sich bei dem Verdächtigen handelte und wo er wohnte. Zwei Tage später hatten die Ärzte den Kampf um ihr Leben verloren.

Unterdessen erkannte ein Polizeibeamter, der privat unterwegs war, den Verdächtigen in dessen Auto, heftete sich an seine Fersen und alarmierte über Handy seine Kollegen.

In hohem Tempo versuchte Eduard G. zu entkommen, doch kurz vor Auerbach stellten ihn die Beamten, der Haftrichter erließ Haftbefehl – und Eduard G. schweigt.

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